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Die Tesla-Aktie ist am Donnerstag um rund zwölf Prozent gefallen. Anleger reagierten enttäuscht auf den schwachen Gewinn, den negativen Cashflow und die deutlich steigenden Investitionen in künstliche Intelligenz, Robotik und selbstfahrende Fahrzeuge.

Grafiek van het Tesla aandeel dat op 23 juli 2026 ruim twaalf procent daalt na tegenvallende kwartaalcijfers.
Tesla-Aktie fällt nach enttäuschenden Quartalszahlen um gut zwölf Prozent. (Quelle: TradingView)

Auch das schwierige Börsenumfeld belastet Tesla. Der Ölpreis nähert sich der Marke von 100 Dollar je Barrel, zugleich legen der US-Dollar und die Zinsen zu. Vor allem hoch bewertete Technologieaktien geraten dadurch unter Druck.

Tesla-Gewinn bleibt weit hinter den Erwartungen zurück

Tesla erzielte im zweiten Quartal einen bereinigten Gewinn von 33 US-Cent je Aktie. Analysten hatten im Schnitt mit etwa 50 US-Cent gerechnet. Der Umsatz lag mit 28,24 Milliarden Dollar dagegen über den Erwartungen.

Der schwache Gewinn zeigt, dass Tesla Schwierigkeiten hat, die starken Verkaufszahlen in höhere Erträge umzusetzen. Im vergangenen Quartal lieferte das Unternehmen mit 480.126 Fahrzeugen so viele Autos aus wie nie zuvor. Der Umsatz in der Autosparte stieg dadurch um 23 Prozent auf 20,52 Milliarden Dollar.

Die Margen blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Die Bruttomarge der Autosparte, bereinigt um Erlöse aus CO2-Zertifikaten, lag bei 16,3 Prozent. Analysten hatten mit 19,4 Prozent gerechnet. Auch das operative Ergebnis sank den vorgelegten Zahlen zufolge gegenüber dem Vorjahr um 57 Prozent.

Newsbit hatte bereits am Mittwoch geschrieben, dass die Tesla-Zahlen deutlich enttäuschten. Im nachbörslichen Handel hielt sich der Schaden zunächst noch auf wenige Prozent begrenzt. Nach der Eröffnung der Wall Street nahm der Verkaufsdruck jedoch rasch zu.

Hohe KI-Ausgaben führen zu negativem Cashflow

Die größte Sorge der Anleger gilt den massiven Investitionen von Tesla. Die Investitionsausgaben stiegen im zweiten Quartal um 142 Prozent auf 5,79 Milliarden Dollar.

Tesla rechnet in diesem Jahr mit Ausgaben von mehr als 25 Milliarden Dollar. Das Geld fließt unter anderem in Rechenzentren, künstliche Intelligenz, den Optimus-Roboter, das Cybercab und den weiteren Ausbau des Robotaxi-Dienstes.

Wegen dieser hohen Ausgaben fiel der freie Cashflow mit 1,09 Milliarden Dollar negativ aus. Es war der erste negative freie Cashflow seit mehr als zwei Jahren. Das Defizit fiel allerdings geringer aus als die 3,64 Milliarden Dollar, mit denen Analysten gerechnet hatten.

Konzernchef Elon Musk versuchte, die Sorgen bei der Erläuterung der Zahlen zu zerstreuen.

„Das ist ein Jahr mit enormen Investitionen. Ich bin überzeugt, dass sich alles, worin wir investieren, in außergewöhnlichen Renditen niederschlagen wird“, sagte Musk.

Anleger müssen sich vorerst vor allem auf dieses Versprechen verlassen. Ein großer Teil der hohen Bewertung von Tesla beruht auf künftigen Einnahmen aus selbstfahrenden Taxis, künstlicher Intelligenz und humanoiden Robotern. Das klassische Autogeschäft wächst wieder, wirft aber weniger Gewinn ab als erwartet.

Öl, Dollar und Zinsen erhöhen den Druck auf die Tesla-Aktie

Der Kursrückgang steht nicht völlig isoliert da. Der Ölpreis zog am Donnerstag wegen neuer Spannungen im Nahen Osten deutlich an. Brent-Öl stieg kurzzeitig über die Marke von 100 Dollar je Barrel.

Ein höherer Ölpreis kann die Inflation erneut anheizen. Anleger stellen sich deshalb auf höhere Leitzinsen der US-Notenbank ein. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf rund 4,7 Prozent. Auch der Dollarindex legte um etwa 0,2 Prozent zu.

Steigende Zinsen treffen vor allem Technologieunternehmen, bei denen ein großer Teil der erwarteten Gewinne weit in der Zukunft liegt. Diese künftigen Erträge verlieren bei höheren Zinsen an Wert. Tesla wird dadurch doppelt belastet. Der Konzern investiert Milliarden in Projekte, die erst später Geld einbringen sollen, während die aktuelle Profitabilität unter Druck steht.

Der starke Dollar kann zudem für US-Unternehmen nachteilig sein, die einen großen Teil ihres Umsatzes außerhalb der Vereinigten Staaten erzielen. Auslandserlöse sind nach der Umrechnung in Dollar weniger wert.

Alphabet wurde am Donnerstag von ähnlichen Sorgen erfasst. Die Google-Mutter verlor rund sechs Prozent, nachdem sie ihre erwarteten Investitionen auf 195 bis 205 Milliarden Dollar angehoben hatte. Trotz starken Wachstums bei Google Cloud richteten Anleger den Blick vor allem auf die Kosten des KI-Wettlaufs und den negativen freien Cashflow.

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