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Südkoreanische Privatanleger suchen in großem Stil Zuflucht in US-Aktien.
Im Juli kauften sie netto US-Anlagen im Wert von rund 4,5 Milliarden Dollar, während die heimische Börse deutlich korrigierte. Auffällig ist, dass viele Anleger ihre Strategie kaum verändern. Sie verlassen den KI-Trade nicht, sondern verlagern ihn lediglich an die Wall Street.
Nach Daten der Korea Securities Depository floss im Juli viel Geld in US-Aktien und ETFs. Ein auffälliger Teil entfiel sogar auf die in den USA gehandelten ADRs von SK Hynix.
Das ist bemerkenswert, weil südkoreanische Anleger SK Hynix auch problemlos an der heimischen Börse kaufen können. Dort sogar zu einer niedrigeren Bewertung.
Dennoch kauften sie die US-Notierung des Chipherstellers im Wert von rund 840 Millionen Dollar. Laut Owen Lamont von Acadian Asset Management wurden diese ADRs zuletzt mit einem Aufschlag von rund 10 Prozent gegenüber den koreanischen Aktien gehandelt.
Lamont nannte das „völlig irrational“. Für südkoreanische Anleger gebe es kaum einen rationalen Grund, denselben koreanischen Chiphersteller über die US-Notierung teurer zu kaufen.

Solche Preisunterschiede können Lamont zufolge auf eine spekulative Überhitzung hindeuten. Sie erinnern an frühere Phasen, in denen beliebte Aktien an verschiedenen Märkten zu ungewöhnlichen Bewertungsunterschieden gehandelt wurden, etwa während der Dotcom-Blase.
Auch gehebelte Produkte sind bei südkoreanischen Anlegern gefragt. Im Juli gehörten vier gehebelte Produkte zu den zehn meistgekauften US-Wertpapieren. Am beliebtesten war SOXL, ein ETF, der versucht, die tägliche Entwicklung eines US-Halbleiterindex dreifach abzubilden.

Auch ProShares UltraPro QQQ und ProShares Ultra QQQ waren gefragt. Defensive Anlagen sind das nicht. Es sind Instrumente für Anleger, die mit Hebel weiter auf Technologie, Chips und KI setzen wollen.
Darin liegt der Kern der Entwicklung. Südkoreanische Anleger scheinen gegenüber KI nicht weniger optimistisch zu sein. Sie zeigen sich nach der Korrektur lediglich zurückhaltender gegenüber dem heimischen Markt.
Statt koreanischer Halbleiteraktien oder lokaler gehebelter ETFs kaufen sie nun US-KI-Aktien, ADRs und Hebelprodukte.
Analysten zufolge handelt es sich vor allem um einen Wechsel des Anlagevehikels, nicht der Überzeugung. Der zugrunde liegende Einsatz bleibt derselbe: KI-Hardware, Chips und Liquidität.
Für den breiten US-Markt dürfte der Effekt begrenzt sein. Die Wall Street ist riesig und wird vor allem von institutionellen Anlegern geprägt. Selbst Milliardenbeträge aus Südkorea fallen im Verhältnis zum täglichen Handel in den USA vergleichsweise klein aus.
Bei einzelnen Titeln und weniger liquiden Produkten kann das jedoch durchaus eine Rolle spielen. Vor allem beliebte KI-Aktien, Quantenaktien und gehebelte ETFs könnten anfälliger für plötzliche Zu- und Abflüsse werden.
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