Die südkoreanische Kryptobörse Upbit stellt die Weichen für einen der größten Fintech‑Moves des Jahres. Nach der geplanten Fusion mit Tech-Gigant Naver will das Unternehmen den Gang an die Börse in den USA anpeilen.
Bloomberg berichtet, dass Upbit auf eine Notierung an der Nasdaq zielt – und damit zu einer der ersten großen asiatischen Kryptoplattformen werden könnte, die in New York an die Börse geht.
Fusion schafft neuen Finanzriesen
Die Fusion zwischen Dunamu, dem Unternehmen hinter Upbit, und Naver Financial wird in dieser Woche offiziell verkündet. Die Vorstände stimmen voraussichtlich am 26. November ab, am 27. November soll dann eine gemeinsame Bekanntmachung folgen. Der Deal erfolgt über einen vollständigen Aktientausch, wodurch Dunamu zu einer hundertprozentigen Tochter von Naver Financial wird.
Die Bewertung beider Parteien zeigt, wie groß diese Zusammenlegung ist. Naver Financial wird auf rund fünf Billionen koreanische Won taxiert, Dunamu auf etwa fünfzehn Billionen Won. Die Fusion führt zu einem Aktientausch im Verhältnis 1 zu 3, wodurch die bisherigen Dunamu-Aktionäre voraussichtlich knapp dreißig Prozent der neuen Muttergesellschaft halten werden. Naver behält die operative Kontrolle, sieht seinen Anteil aber von 69 auf rund 17 Prozent schrumpfen.
Um die südkoreanischen Wettbewerbsregeln einzuhalten, wird Dunamu möglicherweise mehr als die Hälfte seiner Stimmrechte bei Naver bündeln. So soll verhindert werden, dass ein einzelner Akteur sowohl im traditionellen Finanzsektor als auch im Kryptomarkt zu dominant wird.
Brücke zwischen TradFi und Krypto
Die neue Kombination vereint zwei Marktführer, die jeweils eine Schlüsselrolle in der südkoreanischen Wirtschaft spielen. Naver Financial betreibt die größte digitale Zahlungsplattform des Landes und ist eng verknüpft mit Navers E‑Commerce, Suchmaschine und Chatdiensten. Dunamu dominiert den Kryptomarkt über Upbit, das täglich Handelsvolumen in Milliardenhöhe abwickelt.
Durch die Fusion entsteht ein integriertes Finanzökosystem, in dem klassische Zahlungen, Investments, digitale Assets und Blockchaintechnologie zusammenlaufen. Laut regionalen Medien wollen die Unternehmen damit den Wettbewerb mit internationalen Tech- und Fintech-Schwergewichten aufnehmen. Mit der Größe von Naver und der Krypto-Expertise von Dunamu soll die neue Einheit nach Einschätzung von Analysten eine einzigartige Position in Asien einnehmen.
Für Naver eröffnet die Fusion den direkten Zugang zum rasant wachsenden Markt für digitale Vermögenswerte. Für Dunamu bedeutet die Kooperation, dass Krypto-Dienste deutlich einfacher in Mainstream-Apps integriert werden können, die von Dutzenden Millionen Südkoreanern genutzt werden.
Nasdaq-Pläne nehmen Gestalt an
Sobald die Fusion abgeschlossen ist, will Upbit seine Nasdaq-Pläne konkret vorantreiben. Damit folgt das Unternehmen dem Trend großer Kryptofirmen, die 2025 den Schritt an die US-Kapitalmärkte wagten. Zuvor hatten bereits Circle, Bullish und Gemini diesen Weg eingeschlagen, während sich Kraken auf einen Börsengang im Jahr 2026 vorbereitet.
Eine US-Börsennotierung verschafft Upbit Zugang zu tieferen Kapitalmärkten, mehr internationaler Sichtbarkeit und größerem Vertrauen institutioneller Investoren. Für Naver fügt sich der Schritt in die übergeordnete Strategie ein, außerhalb Koreas weitere Marktanteile zu erobern.
Aufsichtsbehörden schauen genau hin
Die Fusion wird noch von den wichtigsten Aufsehern in Südkorea geprüft, darunter der Financial Supervisory Service und die Fair Trade Commission. Sie untersuchen unter anderem, wie riskant es ist, eine regulierte Zahlungsplattform mit einer Kryptobörse zu kombinieren – zwei Bereiche, die in Südkorea bewusst voneinander getrennt werden.
Dennoch gehen Analysten davon aus, dass die Fusion am Ende grünes Licht erhält, auch weil beide Unternehmen bereits strenger Aufsicht unterliegen und an zusätzlichen Sicherungsmechanismen arbeiten.
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