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Der US-Aktienmarkt hat Anlegern in den vergangenen Jahren kräftige Gewinne beschert. S&P 500, Nasdaq Composite und Dow Jones markierten immer neue Rekorde. Nun zeigt sich jedoch ein historisches Warnsignal. Nach einer bekannten Bewertungskennzahl war Wall Street nur selten so teuer wie heute.
Der aktuelle Bullenmarkt begann im Oktober 2022 und nähert sich damit seinem vierten Geburtstag. Seit 1929 dauerte ein durchschnittlicher Bullenmarkt im S&P 500 laut Bespoke Investment Group etwas weniger als drei Jahre. Eine größere Korrektur lässt also bereits vergleichsweise lange auf sich warten. Steht ein neuer Bärenmarkt bevor?
Ein wichtiger Indikator ist das Shiller-CAPE. Es setzt den Stand des S&P 500 ins Verhältnis zu den durchschnittlichen, inflationsbereinigten Unternehmensgewinnen der vergangenen zehn Jahre.
Der Indikator betrachtet damit nicht nur ein einzelnes starkes Gewinnjahr, sondern einen deutlich längeren Zeitraum. Je höher das CAPE, desto teurer sind Aktien im Durchschnitt im Verhältnis zu den historischen Gewinnen der Unternehmen.
Derzeit liegt die Kennzahl bei rund 41. Das ist der zweithöchste Stand aller Zeiten.
Nur in wenigen Phasen stiegen die Bewertungen zuvor ähnlich stark. Bekannte Beispiele sind die Jahre kurz vor dem Börsencrash von 1929 und die Zeit vor dem Platzen der Dotcom-Blase um das Jahr 2000.
Historisch folgten auf derart extreme Bewertungen häufig niedrigere Börsenrenditen oder deutliche Korrekturen.

Eine hohe Bewertung bedeutet nicht automatisch, dass der Markt morgen einbricht. Aktien können über lange Zeit teuer bleiben und in der Zwischenzeit sogar weiter zulegen.
Der Unterschied zeigt sich oft erst, wenn die Stimmung kippt. In Bullenmärkten können schwache Unternehmen lange von der breiten Aufwärtsbewegung des Marktes profitieren. In einem Bärenmarkt werden schwache Bilanzen, niedrige Margen und schlechtes Management deutlich schneller abgestraft.
Die Dotcom-Blase hat das deutlich gezeigt. Viele Technologieunternehmen, deren Bewertung während des Hypes rasant gestiegen war, verschwanden wenige Jahre später vollständig vom Markt.
Für Anleger geht es deshalb nicht nur um die Frage, wann die nächste Korrektur kommt. Mindestens ebenso wichtig ist, welche Unternehmen sie zu diesem Zeitpunkt im Depot haben. Firmen mit soliden Fundamentaldaten können sich auch in Phasen hoher Volatilität besser behaupten.
Mit einem Shiller-CAPE von rund 41 befindet sich Wall Street historisch auf einem außergewöhnlich hohen Bewertungsniveau. Solange die Unternehmensgewinne stark wachsen, muss das nicht unmittelbar zum Problem werden. Dreht jedoch das Börsenklima, dürften vor allem schwächere Unternehmen unter Druck geraten.
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