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Strategy hat erstmals seit zehn Wochen wieder Bitcoin (BTC) gekauft – und steht dafür prompt in der Kritik. Erst vor Kurzem hatte das Unternehmen von Michael Saylor noch Coins zu einem Preis verkauft, der zehntausende Dollar darunter lag.

Es ist ein weiteres Beispiel für das unglückliche Timing von Strategy. Zufall ist das jedoch nicht.

Bitcoin zum Schleuderpreis verkauft

Strategy, der erste und größte börsennotierte Bitcoin-Käufer, ist seit Langem für sein ungünstiges Timing bekannt. Zukäufe erfolgen immer wieder in der Nähe von Hochpunkten.

Bereits 2022 verkaufte das Unternehmen aus steuerlichen Gründen einen kleinen Bestand an Coins. In den vergangenen Monaten trennte es sich jedoch häufiger von Bitcoin: seit Ende Mai genau viermal. Insgesamt ging es um 6.948 BTC im Wert von rund 432,5 Millionen Dollar.

Alle Verkaufsrunden nach der ersten lagen unter dem durchschnittlichen Einstandspreis von gut 75.000 Dollar. Der realisierte Verlust: mehr als 100 Millionen Dollar.

Nun kauft das an der Nasdaq notierte Unternehmen also wieder – zu deutlich höheren Preisen. Gestern wurde erstmals seit dem 22. Juni wieder ein Kauf bekannt gegeben: 4.603 Bitcoin für 369,7 Millionen Dollar, im Schnitt 80.318 Dollar je Bitcoin.

Das liegt rund 33 Prozent über dem Preis der größten Verkaufsrunde, die Ende Juni bei etwa 60.000 Dollar stattfand. Die Aktie legte nach der Ankündigung um fast 3 Prozent zu, Kritiker verwiesen jedoch umgehend auf die schmerzhafte Preisdifferenz.

Warum liegt Strategy beim Timing so oft daneben?

Billig kaufen, teuer verkaufen – so verdienen Investoren Geld. Bei Strategy läuft es seit Monaten genau umgekehrt. Der Grund liegt in der Bilanz.

Das Unternehmen verlagerte den Fokus im Sommer vom Kauf weiterer Bitcoin auf die Stärkung der eigenen Bilanz. Der Kurs der Vorzugsaktie STRC, die eine feste monatliche Ausschüttung bietet, war deutlich unter den Ausgabewert von 100 Dollar gefallen – auf rund 71 Dollar. Damit geriet der Finanzierungsmechanismus ins Stocken, der normalerweise die Käufe ermöglicht.

Strategy musste vor allem die Dollarreserve erhöhen, die Anlegern Sicherheit für die Dividendenzahlungen geben soll. Dafür gab das Unternehmen zahlreiche eigene MSTR-Aktien aus. Der Verkauf von Bitcoin begrenzte diese Verwässerung und zeigte zugleich, dass Strategy seine Bilanz aktiv für das übergeordnete Ziel einsetzen kann: den Bitcoin-Bestand weiter auszubauen.

Dieselbe Bilanz erklärt auch, warum Strategy ausgerechnet in der Nähe von Hochpunkten kauft. Der klassische Weg führt über die Ausgabe neuer MSTR-Aktien. Diese Aktie wirkt wie ein Hebel auf den Bitcoin-Kurs: Sie bewegt sich in dieselbe Richtung, aber deutlich stärker.

Diese Ausgabe lohnt sich nur, solange MSTR über dem Wert des Bitcoin-Bestands notiert. Eine solche Prämie gibt es vor allem dann, wenn die Marktstimmung positiv ist.

Ein großer Teil der Käufe des vergangenen Jahres wurde zudem über STRC finanziert. Auch diese Aktie bewegt sich mit Bitcoin, denn sämtliche Coins bilden die wirtschaftliche Basis und den fundamentalen Wert hinter dem Papier.

Inzwischen verfügt Strategy außerdem über 6,7 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln, um Anlegern die Sicherheit zu geben, dass die Dividende noch über Jahre gezahlt werden kann.

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