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Strategy hat seine Bitcoin-Bestände erneut ausgebaut. Nach der längsten Kaufpause seit Jahren kaufte das Börsenunternehmen von Michael Saylor in der vergangenen Woche Coins für mehrere Hundert Millionen Dollar.
In den vergangenen Monaten arbeitete das Unternehmen daran, das Vertrauen der Anleger in sein Bitcoin-Modell wiederherzustellen. Das gelingt zunehmend, damit rückt der Ausbau der Bestände wieder in den Vordergrund.
Das Nasdaq-Unternehmen hat 4.603 Bitcoin für 370 Millionen Dollar erworben. Es ist die erste Aufstockung der Bitcoin-Reserve seit dem 22. Juni.
Überraschend kommt der Schritt nicht: Vorstandschef und Mitgründer Saylor hatte gestern bereits einen neuen Kauf angedeutet.
Umgerechnet zahlte das Unternehmen rund 80.400 Dollar je Bitcoin. Das liegt über dem aktuellen Kurs von etwa 79.000 Dollar und deutlich über dem durchschnittlichen Kaufpreis von 75.388 Dollar.
Der Bestand steigt damit auf 845.050 Bitcoin. Er bleibt dennoch unter dem Höchststand von 846.842 Bitcoin von Mitte Juni, denn zwischenzeitlich verkaufte Strategy fast 7.000 Coins, um die Bilanz zu stärken.
Strategy war Ende 2020 das erste börsennotierte Unternehmen, das Bitcoin in die Bilanz aufnahm. Das Unternehmen ist seit jeher mit Abstand der größte Bitcoin-Halter unter den Firmen, hat seine Käufe über die Jahre aber immer weiter ausgeweitet.

Der neue Kauf wurde durch den Verkauf eigener MSTR-Aktien finanziert. Damit nahm das Unternehmen 602,8 Millionen Dollar ein; der verbleibende Betrag floss in die Fortsetzung der Strategie der vergangenen Monate.
So kaufte Strategy STRC-Aktien im Wert von 151,8 Millionen Dollar zurück; weitere 29 Millionen Dollar wurden dem neuen Barmittelpolster zugeführt.
Weil das Geld zunächst in die Bilanz fließen musste. Strategy bezahlt seine Bitcoin nicht aus dem operativen Geschäft, sondern mit Kapital von Anlegern – und die wichtigste Finanzierungsquelle versiegte im Frühjahr.
Dabei handelt es sich um STRC, eine Vorzugsaktie, die um die Marke von 100 Dollar notieren soll und eine Dividende ausschüttet. Der Großteil der milliardenschweren Käufe in diesem Jahr wurde über die Ausgabe dieser Aktien finanziert. Als der Kurs im Juni einbrach, setzte das Unternehmen alles daran, ihn wieder zu stabilisieren.
Strategy hat bereits STRC-Aktien im Wert von mehr als 600 Millionen Dollar zurückgekauft. Aus dem zuvor angekündigten Rückkaufprogramm bleiben damit noch etwas mehr als 300 Millionen Dollar übrig.
Der wichtigste Grund für den Einbruch war die Dollarreserve: Sie wurde zur Schuldentilgung herangezogen, obwohl sie eigentlich für Dividenden- und Zinszahlungen gedacht war. Seitdem floss nahezu der gesamte Erlös aus dem Verkauf von MSTR-Aktien in die Auffüllung dieses Puffers.
So ist die Dollarreserve von weniger als 1 Milliarde Dollar auf 5,10 Milliarden Dollar gewachsen. Die Deckung reicht nun nicht mehr nur für ein halbes Jahr, sondern für rund drei Jahre Dividendenzahlungen. Das soll Anlegern wieder Sicherheit geben und die Finanzierungsmaschine erneut in Gang bringen. STRC notiert inzwischen nahezu wieder bei 100 Dollar; damit rückt die Ausgabe neuer Aktien wieder näher.
Dieser neue Barmittelbestand darf auch zur Tilgung von Schulden verwendet werden – ebenso wie für Bitcoin-Käufe, Dividenden- und Zinszahlungen, Aktienrückkäufe und den Ausbau der Dollarreserve.
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