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X hat zwei Nutzer verklagt, die nach Darstellung der Plattform ein Netzwerk aus Fake-Accounts betrieben haben, um mit erfundenen Bitcoin-Nachrichten Geld zu verdienen. Die Accounts sollen massenhaft Falschmeldungen verbreitet und über das Monetarisierungsprogramm von X mindestens 207.000 britische Pfund eingenommen haben.
Nach der Klage sollen Vivek Kumar Sen und Zmyang Sherpa hinter dem Netzwerk stehen. Insgesamt bringt X neun Accounts mit dem mutmaßlichen Betrug in Verbindung. Sie veröffentlichten nahezu zeitgleich erfundene Meldungen über große Banken und andere bekannte Namen aus der Finanzwelt, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzielen.
Nach Angaben von X verbreiteten die Accounts erfundene Beiträge, die wie wichtige Finanznachrichten wirken sollten. Die Meldungen erschienen teils nur wenige Sekunden nacheinander und stimmten regelmäßig Wort für Wort überein.
Dabei wurden bekannte Finanzinstitute genutzt, um die Beiträge glaubwürdig und attraktiv erscheinen zu lassen. So wurde ohne Beleg behauptet, der Vorstandschef von Goldman Sachs habe sich hinter ein US-Kryptogesetz gestellt. In einem anderen Beitrag hieß es, Citibank habe Bitcoin (BTC) im Wert von 12,6 Millionen Dollar gekauft.
X erklärt, solche Behauptungen seien weder belegt noch verifiziert gewesen. Ziel sei es gewesen, mit reißerischen Bitcoin-Beiträgen möglichst viel Reichweite zu erzielen.
Zu dem Netzwerk gehörten laut Klage unter anderem die Accounts @Bitcoin_Teddy, @TrendingBitcoin, @BTC_Vibes und @MrSuperBitcoin. Insgesamt nennt X neun Accounts, die Teil derselben Operation gewesen sein sollen.
Nach Darstellung von X blieb es nicht bei der Verbreitung von Falschmeldungen. Accounts innerhalb des Netzwerks sollen die Beiträge anderer massenhaft gelikt, geteilt und kommentiert haben, um sie relevanter erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich waren.
So entstand der Eindruck, viele Nutzer reagierten auf die Meldungen. Die zusätzliche Interaktion konnte dazu führen, dass die Beiträge von mehr Menschen gesehen wurden. Dadurch konnten die Accounts am Ende auch mehr Geld über das Monetarisierungsprogramm von X verdienen.
Einer der Accounts ging laut Klage noch weiter und bot gegen Bezahlung Dienste an, mit denen andere Nutzer ihre Reichweite künstlich erhöhen konnten.
X gibt an, mehrere Hinweise darauf gefunden zu haben, dass die Accounts zu demselben Netzwerk gehörten. So wurden verschiedene Accounts von denselben Geräten aus genutzt, zudem gab es Übereinstimmungen bei den Login-Daten. Auch Auszahlungen liefen über gemeinsame Stripe-Konten, wobei die Namen nicht immer mit denen der verknüpften Bankkonten übereinstimmten.
X entfernte am 18. August alle Accounts, die nach Angaben des Unternehmens an dem Netzwerk beteiligt waren. Als Grund nannte die Plattform koordinierten Einnahmenbetrug und die Manipulation der Plattform.
Nun versucht X, auch das ausgezahlte Geld zurückzubekommen. Laut Klage geht es um mindestens 207.000 Pfund, umgerechnet rund 277.000 Dollar, an Zahlungen aus dem Creator-Programm.
Dabei muss es nicht bleiben. X verlangt außerdem Schadensersatz wegen des mutmaßlichen Betrugs und einer mutmaßlichen Verschwörung. Die Kosten, die dem Unternehmen für die Untersuchung des Netzwerks und die Behebung der Folgen entstanden sind, wurden noch nicht beziffert.
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