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(BTC) in der Unternehmensbilanz. Mit Strategy baute er die größte Bitcoin-Reserve eines Unternehmens weltweit auf. Doch die Kritik nimmt zu. Analysten ziehen auffällige Parallelen zur Internetblase zu Beginn dieses Jahrhunderts, als dasselbe Unternehmen nach einem Bilanzskandal beinahe vollständig kollabierte.
Nun fragen sie sich, ob Strategy erneut ein finanzielles Experiment eingeht, das sich in einem schweren Bärenmarkt als anfällig erweisen könnte.
Ende der neunziger Jahre gehörte MicroStrategy zu den am schnellsten wachsenden Softwareunternehmen der Vereinigten Staaten. Das Unternehmen belieferte Großkunden wie McDonald’s, Nike und eBay mit Software und machte Michael Saylor zu einem der reichsten Unternehmer des Landes.
Dieser Erfolg endete im März 2000 abrupt. MicroStrategy musste seine Jahresabschlüsse für mehrere Jahre wegen Bilanzierungsfehlern korrigieren. Die Aktie verlor binnen kurzer Zeit fast 90 Prozent ihres Werts. Saylor sah an einem einzigen Tag mehr als 6 Milliarden Dollar seines Privatvermögens verschwinden.

Später einigte sich das Unternehmen mit der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) in einem Verfahren zur Rechnungslegung, ohne ein Fehlverhalten einzuräumen.
Nach Jahren außerhalb des Rampenlichts traf Saylor 2020 erneut eine bemerkenswerte Entscheidung. MicroStrategy beschloss, Bitcoin als wichtigste Reserve in die Bilanz aufzunehmen. Damals galt dieser Schritt vielen Anlegern als extrem riskant.
Zunächst ging diese Wette klar auf. Dank des kräftigen Kursanstiegs bei Bitcoin entwickelte sich Strategy zum größten börsennotierten Bitcoin-Halter der Welt. Inzwischen hält das Unternehmen mehr als 843.000 BTC im Wert von mehreren Dutzend Milliarden Dollar.
In der Debatte geht es inzwischen nicht mehr darum, ob Strategy Bitcoin kaufen sollte, sondern wie das Unternehmen seine enorme Position finanziert.
Kürzlich stellte Strategy einen neuen Finanzierungsplan vor. Er gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, Bitcoin zu verkaufen, um Dividenden auf Vorzugsaktien auszuschütten, zusätzliche Barreserven aufzubauen oder eigene Wertpapiere zurückzukaufen.
Kurz darauf verkaufte Strategy 3.588 Bitcoin. Es war der größte Verkauf, seit das Unternehmen 2020 mit seiner Bitcoin-Strategie begonnen hat.
Befürworter sehen darin eine folgerichtige Entwicklung. Ein Unternehmen mit einer Bitcoin-Reserve im Wert von mehreren Dutzend Milliarden Dollar müsse aktives Treasury-Management betreiben und dürfe sich nicht allein am Grundsatz orientieren, niemals zu verkaufen.
Kritiker sind weniger überzeugt. Sie verweisen darauf, dass Strategy zunehmend von Wandelanleihen, Vorzugsaktien und neuer Finanzierung abhängig wird, um sein Wachstumsmodell fortzuführen.
Nach Einschätzung des Finanzprofessors Aswath Damodaran baut Saylor erneut ein Geschäftsmodell auf, das vollständig auf einer riskanten Strategie beruht. Er bezeichnet die Konstruktion als außergewöhnlich und hält es für unwahrscheinlich, dass viele Vorstände einen ähnlichen Weg einschlagen würden.
Auch David Trainer, Chef des Analysehauses New Constructs, sieht erhebliche Risiken. Seiner Ansicht nach spielt das Softwaregeschäft von Strategy inzwischen kaum noch eine Rolle. Der Unternehmenswert werde nahezu vollständig von der gewaltigen Bitcoin-Position und den Finanzierungsstrukturen bestimmt, mit denen immer mehr BTC gekauft werden.
Trainer warnt, das Modell werde anfällig, sobald Anleger nicht mehr bereit seien, einen Aufschlag für die Aktie zu zahlen. In diesem Szenario könnte Strategy gezwungen sein, Bitcoin zu verkaufen, teureres Kapital aufzunehmen oder das Wachstum vollständig zu stoppen.
Dem hält Drew Forman von der Handelsplattform Talos entgegen, der jüngste Bitcoin-Verkauf sei kein Strategiewechsel, sondern eine logische Folge professioneller Bilanzsteuerung. Je mehr Unternehmen Bitcoin in die Bilanz nehmen, desto stärker verlagere sich der Fokus vom bloßen Kauf hin zu Liquiditätssteuerung, Risikomanagement und Finanzierung.
Ob Michael Saylor seinen Ruf endgültig wiederhergestellt hat, wird sich nach Einschätzung vieler Analysten erst zeigen, wenn der Kryptomarkt erneut über längere Zeit unter Druck gerät. Erst dann wird deutlich, ob das komplexe Bitcoin-Modell von Strategy einem schweren Bärenmarkt standhält.
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