Unternehmen, die Solana (SOL) als strategische Reserve-Asset angenommen haben, halten vorerst die Füße still. Da der Kurs von Solana im Januar stark gefallen ist, haben mehrere sogenannte Digital Asset Treasury-Unternehmen (DATs) den Zukauf gestoppt. Der Grund: rasch steigende, nicht realisierte Verluste.
Forward Industries am stärksten betroffen
Das auffälligste Beispiel ist Forward Industries. Nach Angaben von CoinGecko besitzt das Unternehmen über 6,9 Millionen SOL, was mehr als 1,1 % des gesamten Solana-Angebots entspricht. Diese Position wurde zu einem Gesamtpreis von etwa 1,59 Milliarden Dollar aufgebaut.

Mit einem Solana-Preis von rund 128 Dollar ist der Marktwert der Position auf etwa 886 Millionen Dollar zurückgefallen. Das ergibt einen nicht realisierten Verlust von über 700 Millionen Dollar, also fast 46 %. Seit der Ankündigung der Solana-Strategie im September 2025 ist auch der Aktienkurs von Forward Industries um mehr als 80 % gefallen, was das Vertrauen der Anleger unter Druck setzt und neue Kapitalrunden erschwert.
Staking mildert die Verluste nur bedingt
Forward Industries betreibt mit nahezu allen Solana-Token, die es besitzt Staking. Seit dem Beginn der Strategie brachte das über 133.000 SOL an Belohnungen ein, mit einer Bruttorendite von etwa 6,7 % pro Jahr. Diese Einnahmen erhöhen die SOL-Menge pro Aktie, stehen jedoch in keinem Verhältnis zu den aktuellen Kursverlusten.
Forward Industries ist nicht allein. Auch andere Unternehmen mit einem Solana-Trust berichten von erheblichen Verlusten. Upexi kämpft mit einem nicht realisierten Verlust von etwa 47 Millionen Dollar, während Sharps Technology und Galaxy Digital Verluste im zweistelligen Millionenbereich melden.
Insgesamt haben diese Unternehmen in den letzten zwei Monaten kaum neue SOL gekauft. Die Gesamtmenge der von DATs gehaltenen SOL stagniert bei etwa 17,7 Millionen, was auf Vorsicht in einem potenziell volatilen Markt hindeutet.
Risiko weiterer Kursrückgange
Analysten warnen, dass sich die Lage verschlechtern könnte, wenn SOL unter die 120-Dollar-Marke fällt, ein wichtiges technisches Unterstützungsniveau. In diesem Szenario könnte ein Rückgang auf 70 Dollar folgen, was die Verluste weiter erhöhen würde. Gleichzeitig verzeichneten Solana-ETFs kürzlich ihre ersten Abflüsse seit Wochen, ein Zeichen dafür, dass auch institutionelle Anleger weniger begeistert sind.
Den Sorgen steht eine starke fundamentale Basis gegenüber. Laut Token Terminal sind inzwischen etwa 70 % aller SOL gestaket, ein Rekord. Insgesamt sind etwa 60 Milliarden Dollar im Netzwerk gebunden, was die Sicherheit und Stabilität erhöht.
Forward Industries bleibt dennoch optimistisch für 2026 und verweist auf eine ambitionierte Upgrade-Agenda für Solana, die auf Skalierbarkeit und Infrastruktur abzielt. Das Unternehmen sieht Solana sogar als potenzielles „dezentrales Nasdaq“.
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