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Ripple will seinem Stablecoin RLUSD eine größere Rolle im Finanzsektor verschaffen. Das Unternehmen investiert in einen neuen Kreditfonds, der über den XRP Ledger (XRPL) Kredite in RLUSD an Fintechs und Zahlungsdienstleister vergeben soll. Dafür arbeitet Ripple mit der Kreditplattform Clearpool und dem Kreditmanager Cicada Partners zusammen.
Die Ankündigung fällt in eine starke Phase für XRP. Der XRP-Kurs legte binnen 24 Stunden um knapp 20 Prozent auf 1,30 Dollar zu und liegt auf Wochensicht inzwischen rund 30 Prozent im Plus.
Der neue Fonds richtet sich auf Unternehmenskredite für Fintechs und Zahlungsdienstleister. Sie können Betriebskapital in RLUSD aufnehmen und den Kredit später ebenfalls in Ripples Stablecoin zurückzahlen.
Die drei beteiligten Parteien übernehmen jeweils eigene Aufgaben. Cicada Partners prüft, welche Unternehmen Kredit erhalten, legt die Konditionen fest und überwacht die Kreditrisiken. Nach eigenen Angaben hat der Kreditmanager bereits Kredite im Volumen von mehr als 860 Millionen Dollar geprüft.
Clearpool stellt die Infrastruktur bereit, über die die Kredite ausgegeben und verwaltet werden. Seit 2021 hat die Plattform institutionelle Kredite im Umfang von mehr als 930 Millionen Dollar abgewickelt.
Ripple stellt wiederum einen Teil des Kapitals bereit und investiert zu denselben Bedingungen wie andere Teilnehmer. Für mögliche Verluste bürgt das Unternehmen nicht. Wie viel Geld am Ende in den Fonds fließt und wie viel Ripple selbst investiert, wurde nicht mitgeteilt.
Auffällig ist, dass die Kredite selbst nicht in XRP vergeben werden. Dafür kommt RLUSD zum Einsatz, der an den Dollar gekoppelte Stablecoin von Ripple.
XRP bleibt innerhalb des Systems dennoch unter anderem für Transaktionsgebühren und die Mindestreserven erforderlich, die bestimmte Konten auf dem XRP Ledger halten müssen. Der Fonds kann dadurch vor allem die Nachfrage nach RLUSD erhöhen, während zugleich mehr Finanzaktivität auf den XRP Ledger kommt.
Das Produkt ist allerdings noch nicht im Hauptnetz verfügbar. Clearpool testet die Integration derzeit in einem Entwicklungsnetz. Zwei zentrale Funktionen, die für den Fonds erforderlich sind, müssen zudem noch das Genehmigungsverfahren des XRP Ledger durchlaufen.
Es geht um XLS-66, ein Protokoll, mit dem Kredite direkt im Netzwerk vergeben und zurückgezahlt werden können, sowie um XLS-65. Die zweite Funktion ermöglicht es, Kapital mehrerer Investoren in einem verwalteten Kapitalpool zusammenzuführen.
Die Ankündigung kommt zu einem auffälligen Zeitpunkt für XRP. Der XRP-Kurs notiert nach einem Kursanstieg von knapp 20 Prozent binnen 24 Stunden bei rund 1,30 Dollar. In den vergangenen sieben Tagen beläuft sich das Plus auf etwa 30 Prozent.
Die Bewegung steht nicht für sich. Der gesamte Kryptomarkt hat sich in dieser Woche deutlich erholt, nachdem das US-Finanzministerium angekündigt hatte, sein Rückkaufprogramm für Staatsanleihen zu verdoppeln.
Für Ripple geht es bei dem neuen Fonds vor allem um die breitere Nutzung von RLUSD und des XRP Ledger in der klassischen Finanzdienstleistung. Der tatsächliche Start hängt allerdings noch von den erforderlichen technischen Upgrades im Netzwerk ab.
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