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Prognosemärkte gewinnen in hohem Tempo gegenüber klassischen Buchmachern an Boden. Während der Fußball-WM wurden neuen Zahlen zufolge rund 27 Prozent aller legalen Sportwetten in den USA über Prediction Markets wie Kalshi und Polymarket platziert. Damit wächst der Konkurrenzdruck auf etablierte Anbieter wie DraftKings und FanDuel schneller denn je.
Das starke Wachstum zeigt, dass sich Prediction Markets von einem Nischenprodukt zu einem ernstzunehmenden Faktor im US-Glücksspielmarkt entwickeln. Vor allem die Fußball-WM erwies sich als wichtiger Wendepunkt.
Kalshi, der größte Anbieter von Prediction Markets in den USA, verzeichnete während der WM einen sprunghaften Anstieg des Handelsvolumens. Die Plattform übertraf mehrfach ihre eigenen Bestmarken und verdoppelte sogar den Höchstwert, den sie kurz vor dem Turnier während der Play-offs der New York Knicks erreicht hatte.
Nach Angaben des Marktforschers H2 Gambling Capital entfielen während der WM rund 27 Prozent aller legalen US-Sportwetten auf Prediction Markets. Zu Jahresbeginn hatte der Anteil noch bei lediglich neun Prozent gelegen.
Der Vergleich ist nicht vollständig deckungsgleich, weil Prediction Markets und klassische Glücksspielanbieter ihr Handelsvolumen unterschiedlich berechnen. Dennoch zeigt die Entwicklung, wie schnell diese neue Form des Wettens Marktanteile gewinnt.
Nicht nur das Handelsvolumen legte deutlich zu. Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Apptopia verzeichnete die mobile App von Kalshi während der WM sogar mehr tägliche Nutzer als die beiden größten US-Online-Buchmacher DraftKings und FanDuel.
Nach Einschätzung von Bernstein-Analyst Ian Moore erhöht diese Entwicklung den Druck auf die etablierten Glücksspielanbieter. Er rechnet damit, dass klassische Anbieter künftig häufiger vergleichbare Produkte auf den Markt bringen werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Für die Branche eröffne sich damit eine neue Chance, so Moore.
Noch vor weniger als zwei Jahren durften Prediction Markets in den USA keine Sportkontrakte anbieten. Inzwischen hat sich die Lage grundlegend verändert.
Die US-Behörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die Bundesaufsicht für Derivatemärkte, gab Kalshi und dem Wettbewerber Polymarket Spielraum, ein breites Angebot an Sportkontrakten zu starten. Zudem konnten sich beide Unternehmen erfolgreich gegen Klagen mehrerer US-Bundesstaaten wehren, die ihre Aktivitäten untersagen wollten.
Während der WM setzten die Unternehmen zudem auf groß angelegte Marketingkampagnen. Kalshi schloss sogar eine Vereinbarung, um in der Schlussphase des Turniers auf den digitalen Werbebanden am Spielfeldrand präsent zu sein. Wo zuvor vor allem klassische Buchmacher das Werbeumfeld im Sport dominierten, standen nun Prediction Markets im Mittelpunkt.
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