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Der Transport von Öl durch die Straße von Hormus ist extrem teuer geworden. Für eine Ladung auf einem Supertanker werden derzeit rund 20 Millionen Dollar fällig, sagte Patrick Pouyanné, Vorstandschef des französischen Energiekonzerns TotalEnergies.
Dennoch fließt weiter Öl durch die Meerenge. Produzenten am Persischen Golf sind Pouyanné zufolge sogar bereit, ihr Öl für nur 50 bis 60 Dollar je Barrel zu verkaufen. Bei einem Brent-Ölpreis von mehr als 90 Dollar entstehen dadurch ungewöhnlich hohe Margen für Händler und Reedereien.
Nach Angaben Pouyannés erhöhen die hohen Transportkosten den Preis jedes Barrels Öl auf einem Supertanker um etwa 10 Dollar.
Die Risiken sind durch den Konflikt mit Iran massiv gestiegen. Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls durch die Straße von Hormus.
Trotzdem wagen wieder mehr Schiffe die Passage. TotalEnergies zählt Pouyanné zufolge zu den größten Händlern von Öl aus Irak und Katar, zwei Ländern, die in den vergangenen Wochen weiter Öl über Hormus exportiert haben.
Nicht jeder Tanker steuert anschließend direkt sein Ziel an. Ein Teil des Öls wird außerhalb des Persischen Golfs, im Golf von Oman, auf andere Schiffe umgeladen, die die Fracht weitertransportieren.
Die Lage rund um die Straße von Hormus setzt Ölproduzenten am Persischen Golf unter Druck. Weil es deutlich schwieriger und teurer geworden ist, Öl aus der Region zu transportieren, sind einige Produzenten zu kräftigen Preisnachlässen bereit.
TotalEnergies kauft Pouyanné zufolge derzeit Öl in der Golfregion für nur 50 bis 60 Dollar je Barrel. Zum Vergleich: Brent-Öl kostete am Montag mehr als 90 Dollar je Barrel.
Selbst wenn zusätzliche Transportkosten von rund 10 Dollar je Barrel hinzukommen, bleibt eine erhebliche Marge. Händler und Reedereien, die das Risiko rund um Hormus eingehen, können davon stark profitieren.
Für den weltweiten Ölpreis ist das eine Entlastung. Da wieder mehr Öl durch Hormus gelangt, bleibt das Angebot stabil, und ein Anstieg von Brent auf über 100 Dollar ist bislang ausgeblieben.
Auffällig ist, dass sich der Markt für Rohöl und der Markt für Kraftstoffe derzeit auseinanderentwickeln. Pouyanné zufolge ist ausreichend Rohöl verfügbar, auch weil wieder mehr Tanker die Straße von Hormus passieren.
Bei Benzin und Diesel bleibt das Angebot dagegen knapp. Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien belasten die Produktion, während über Hormus vor allem Rohöl transportiert wird.
Dass wieder zusätzliches Öl aus der Golfregion herauskommt, behebt den Mangel an raffinierten Kraftstoffen daher nicht unmittelbar. Die Preise für Benzin und Diesel bleiben dadurch unter Aufwärtsdruck.
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