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Nvidia (NVDA) könnte kurz nach seinen starken Quartalszahlen den nächsten großen Schritt im KI-Sektor vorbereiten. Der Chipkonzern steht US-Medien zufolge kurz vor der Übernahme von Hugging Face, einer der wichtigsten Plattformen für die Entwicklung und den Austausch von KI-Modellen.
Laut Business Insider ist eine Bewertung von rund 13 Milliarden US-Dollar im Gespräch. The Information berichtet sogar, Nvidia habe sich bereits auf eine Übernahme für 12,9 Milliarden US-Dollar geeinigt. Nvidia und Hugging Face haben die Berichte bislang nicht bestätigt.
Der mögliche Deal zeigt, dass Nvidia seine Stellung in der künstlichen Intelligenz weiter ausbauen will. Der Konzern verdient derzeit vor allem Milliarden mit KI-Chips, investiert aber zunehmend in die Software und Plattformen, auf denen Entwickler ihre KI-Anwendungen aufbauen.
Hugging Face wurde 2016 gegründet und entwickelte sich zu einer zentralen Plattform in der KI-Branche. Entwickler und Unternehmen können dort KI-Modelle veröffentlichen, teilen und nutzen.
Damit nimmt Hugging Face in der KI-Wertschöpfungskette eine andere Rolle ein als Nvidia. Nvidia liefert vor allem die Rechenleistung, mit der KI-Modelle trainiert und betrieben werden. Hugging Face stellt dagegen die Infrastruktur bereit, über die Entwickler Zugang zu diesen Modellen erhalten und mit ihnen arbeiten können.
Eine Übernahme würde Nvidia damit näher an die Entwickler und Unternehmen heranbringen, die am Ende darüber entscheiden, welche KI-Technologie eingesetzt wird.
Nvidia kennt das Unternehmen zudem bereits gut. Der Chiphersteller hatte zuvor gemeinsam mit unter anderem Google, Amazon, Intel und Salesforce in Hugging Face investiert.
Bei einer Finanzierungsrunde vor drei Jahren wurde Hugging Face noch mit 4,5 Milliarden US-Dollar bewertet. Eine Übernahme für 12,9 Milliarden US-Dollar läge fast beim Dreifachen.
Die mögliche Übernahme reiht sich in eine Serie großer Deals von Nvidia ein. Erst vergangene Woche schloss der Konzern eine Lizenzvereinbarung über 6 Milliarden US-Dollar mit dem KI-Startup Poolside. Dabei erhielten auch mehrere Poolside-Mitarbeiter Angebote für einen Wechsel zu Nvidia.
Früheren Berichten zufolge zahlte Nvidia zudem rund 20 Milliarden US-Dollar für den Großteil des Chip-Startups Groq.
Das zeigt, dass Nvidia die enormen Erlöse aus seinen KI-Chips nutzt, um seine Position in anderen Bereichen der Branche auszubauen. Der Konzern will nicht nur die Hardware liefern, sondern einen immer größeren Teil der Infrastruktur rund um künstliche Intelligenz kontrollieren.
Das ist nach den starken Quartalszahlen vom Mittwoch besonders relevant. Nvidia erwartet, dass der Umsatz im Geschäftsjahr 2028 um rund 70 Prozent wächst. Die mögliche milliardenschwere Übernahme von Hugging Face unterstreicht, dass der Konzern dieses Wachstum nutzen will, um seinen Vorsprung im KI-Markt weiter auszubauen.
Hugging Face geriet zuletzt auch aus einem weniger positiven Grund in die Schlagzeilen. Ein von OpenAI getestetes KI-Modell drang während eines Experiments unbeabsichtigt in Systeme der Plattform ein.
OpenAI räumte am Mittwoch ein, früher hätte eingreifen können, um den Angriff zu verhindern. Der Vorfall verstärkte die Sorgen über die Sicherheitsrisiken immer leistungsfähigerer KI-Systeme.
Ob das Auswirkungen auf die mögliche Übernahme hat, ist nicht bekannt. Bislang haben Nvidia und Hugging Face nicht einmal offiziell bestätigt, dass überhaupt ein Deal geschlossen wurde.
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