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Nvidia baut seinen Einfluss im KI-Sektor weiter aus. Der Chipkonzern investiert laut Financial Times rund 5 Milliarden Dollar in Safe Superintelligence, das geheimnisumwitterte KI-Start-up von OpenAI-Mitgründer Ilya Sutskever.
Damit setzt Nvidia nicht nur auf einen der renommiertesten KI-Forscher der Welt, sondern auch auf ein Unternehmen, das bislang kein Produkt veröffentlicht hat und kaum Einblick in seine Technologie gibt.
Genau das macht den Deal interessant. Und riskant.
Die Investition ist Teil einer langfristigen Partnerschaft zwischen Nvidia und Safe Superintelligence, kurz SSI.
SSI erhält Zugang zu Nvidias neuester Vera-Rubin-Hardware. Damit kann das Unternehmen seine verfügbare Rechenleistung in den kommenden zwölf Monaten verzehnfachen.
Sutskever zufolge verfügt SSI über Forschungsergebnisse, die eine Skalierung rechtfertigen. Das ist eine weitreichende Aussage.
Aus dem Mund von Sutskever hat sie allerdings Gewicht. Er war einer der wichtigsten Forscher hinter der Technologie, die später zu ChatGPT führte. Zudem erkannte er früh, welche Bedeutung die sogenannten Skalierungsgesetze haben: die Annahme, dass KI-Modelle durch mehr Daten, mehr Parameter und vor allem mehr Rechenleistung besser werden.
Nun deutet er an, dass SSI an einem neuen Ansatz arbeitet. Es gehe nicht einfach darum, bestehende Modelle größer zu machen, sondern um einen anderen Weg in der KI-Forschung.
Bemerkenswert ist: SSI bleibt ein Start-up ohne Produkt, aber mit Milliardenbewertung – und ist weiterhin extrem verschwiegen.
Das Unternehmen beschäftigt nur einige Dutzend Mitarbeiter, hat noch kein Produkt gestartet und keine Forschung veröffentlicht. Dennoch wurde SSI im vergangenen Jahr bei einer Finanzierungsrunde über 2 Milliarden Dollar bereits mit 32 Milliarden Dollar bewertet.
Zu den Investoren zählten prominente Namen wie Greenoaks, Lightspeed Venture Partners und Andreessen Horowitz. Nvidia war damals bereits beteiligt. Nun wird diese Beziehung deutlich ausgebaut.
Das sagt viel über den aktuellen KI-Markt. In normalen Zeiten hätte ein Unternehmen ohne Produkt, Umsatz oder öffentlich zugängliche Forschung Schwierigkeiten, eine Bewertung in zweistelliger Milliardenhöhe zu rechtfertigen. Im derzeitigen KI-Wettlauf gelten andere Maßstäbe.
Talent, Rechenleistung und Glaubwürdigkeit reichen aus, um enorme Summen anzuziehen. Erst recht, wenn der Gründer Ilya Sutskever heißt.
Der neue Nvidia-Deal passt in den Trend zur Kreislauffinanzierung im KI-Sektor.
Nvidia investiert in KI-Unternehmen, die anschließend Nvidia-Chips nutzen, um ihre Modelle zu trainieren. So entsteht ein geschlossener Kapitalkreislauf. Nvidia stellt das Geld bereit, das KI-Unternehmen kauft Rechenleistung, und Nvidia profitiert erneut über Chipverkäufe und strategischen Einfluss.
Das muss nicht grundsätzlich problematisch sein. Anleger sollten diese Entwicklung aber genau beobachten. In der vergangenen Woche kündigte AMD an, bis zu 5 Milliarden Dollar in Anthropic zu investieren. Nvidia hatte zuvor bereits große Deals mit OpenAI und Thinking Machines Lab abgeschlossen, dem Start-up der früheren OpenAI-Spitzenmanagerin Mira Murati.
Der Wettbewerb um den Zugang zu den besten KI-Laboren wird damit immer aggressiver. Chiphersteller wollen nicht nur Zulieferer sein. Sie wollen Miteigentümer der künftigen Gewinner werden.
Für Nvidia ist SSI strategisch attraktiv. Sollte Sutskever tatsächlich einen neuen KI-Durchbruch gefunden haben, will Nvidia so früh wie möglich dabei sein. Nicht nur als Investor, sondern vor allem als Infrastrukturpartner.
Denn jeder große KI-Durchbruch erfordert mehr Rechenleistung. Mehr Rechenleistung bedeutet mehr Nachfrage nach Nvidia-Systemen. Und Vera Rubin soll die nächste Generation in dieser Hardwarekette werden.
Damit ist die Investition nicht nur finanzieller, sondern auch kommerzieller Natur. Nvidia kauft sich Zugang zu potenzieller Innovation und erhöht zugleich die Wahrscheinlichkeit, dass diese Innovation auf Nvidia-Hardware läuft.
Das stärkt die dominierende Stellung des Konzerns in der KI-Infrastruktur.
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