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X will den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen direkt in der App ermöglichen. Nutzer könnten damit künftig aus einem Beitrag heraus einen Coin ansehen und handeln, ohne zuvor eine Kryptobörse öffnen zu müssen.

Die neuen Handelsbuttons fügen sich zudem in einen deutlich größeren Plan von Elon Musk ein: X soll langfristig zu einer Super-App für soziale Medien, Handel und Zahlungen werden.

X bekommt Handelsbuttons für Kryptowährungen

Bestätigt wurde die neue Funktion von Nikita Bier, der bis zu diesem Monat bei X für die Produktentwicklung zuständig war und der Plattform nun als Berater verbunden bleibt. Er reagierte damit auf Kritik eines Kryptohändlers, der ihm vorwarf, Accounts aus der Krypto-Community weniger sichtbar gemacht zu haben.

Bier wies den Vorwurf zurück und verwies stattdessen auf die Kryptofunktionen, die unter seiner Leitung eingeführt wurden. Dazu zählen Cashtags, mit denen Nutzer Kurscharts unter anderem von ⁠Ethereum und ⁠Solana direkt in Beiträgen anzeigen können.

„Ich habe Cashtags entwickelt, über die Nutzer Charts zu Solana und Ethereum direkt in Beiträge einbinden können. Handelsbuttons folgen in Kürze“, so Bier.

Auch Vertragsadressen neuer Token können Nutzer in einem Beitrag veröffentlichen. Eine solche Adresse ist die eindeutige Kennung eines Token auf der Blockchain. Das kann etwa dabei helfen, einen echten Coin von Token zu unterscheiden, die lediglich denselben Namen verwenden.

Ein Handelsbutton wäre der nächste Schritt. Wer derzeit auf X auf einen interessanten Coin stößt, muss in der Regel noch eine Kryptobörse oder eine Wallet öffnen, um ihn tatsächlich zu kaufen. Mit der neuen Funktion soll dieser Zwischenschritt entfallen. Bier nannte keinen konkreten Zeitpunkt für die Einführung der Handelsbuttons. Auch X hat bislang keinen offiziellen Starttermin bekannt gegeben.

Die mögliche Tragweite ist erheblich. X hat Hunderte Millionen Nutzer. Wenn ein Teil davon Kryptowährungen direkt aus Beiträgen heraus kaufen und verkaufen kann, verringert sich die Distanz zwischen der Entdeckung eines Coin und der tatsächlichen Transaktion deutlich.

Vom sozialen Netzwerk zur Super-App

Der Kryptohandel steht nicht für sich allein. ⁠Elon Musk arbeitet seit Längerem daran, X von einem sozialen Netzwerk zu einer Super-App umzubauen. Seine Ambition wird häufig mit dem chinesischen WeChat verglichen, über das Nutzer innerhalb einer Anwendung unter anderem Nachrichten verschicken, einkaufen und Zahlungen abwickeln.

Ein zentraler Baustein ist X Money. Mit dem Zahlungsdienst will X Nutzern langfristig ermöglichen, Geld zu senden und zu empfangen, ohne die App zu verlassen. Visa wurde bereits als erster großer Partner für die Zahlungsinfrastruktur angekündigt. Vorgesehen ist, dass Nutzer Geld zwischen ihrem Bankkonto und einem digitalen Konto innerhalb von X übertragen können. Auch Zahlungen zwischen Nutzern sollen möglich werden.

Musk hat bereits deutlich gemacht, dass seine Ambitionen über reine Zahlungen hinausgehen. X soll auf Sicht zu einem Ort werden, an dem ein großer Teil der finanziellen Aktivitäten eines Nutzers zusammenläuft. Dazu zählen Bezahlen, Überweisungen und möglicherweise auch Investitionen. Der angekündigte Kryptohandel wäre damit ein weiterer Baustein dieser breiteren Strategie.

Wie der Handel technisch abgewickelt wird, ist noch offen. X hat etwa noch nicht bekannt gegeben, ob die Plattform Kryptotransaktionen selbst verarbeitet oder dafür mit einem bestehenden Handelsdienst zusammenarbeitet. Unklar ist auch, welche Kryptowährungen zum Start verfügbar sein werden.

Ethereum und Solana sind auf X bereits sichtbar

Die Grundlage für die neue Handelsfunktion ist teilweise bereits vorhanden. Mit Cashtags können Nutzer Finanzinformationen direkt in ihrer Timeline abrufen. Die Funktion wurde zunächst für iPhone-Nutzer in den USA und Kanada ausgerollt und unterstützt unter anderem Krypto-Charts.

Für X ist vor allem die Verbindung von Information und Handel interessant. Ein Nutzer könnte künftig theoretisch einen Beitrag über ⁠Ethereum sehen, sofort den Kurs prüfen und anschließend in derselben Umgebung einen Kauf auslösen.

Das könnte X eine neue Rolle am Kryptomarkt verschaffen. Die Plattform ist seit Jahren ein wichtiger Ort, an dem Kryptoprojekte, Analysten und Händler Nachrichten und Marktinformationen teilen. Mit Handelsbuttons käme möglicherweise eine direkte Transaktionsebene hinzu.

Vorerst fehlt allerdings ein entscheidendes Detail: wann Nutzer tatsächlich auf den Kaufbutton drücken können. Bier bleibt bislang bei der Aussage, dass die Handelsfunktion „in Kürze“ erscheinen werde.

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