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Nach der heftigen Verkaufswelle vom Mittwoch kann die Wall Street wieder durchatmen. Die Futures auf den Nasdaq 100 legten am Freitag um 1,16 Prozent zu, während die S&P-500-Futures 0,48 Prozent höher notierten. Die Dow-Futures gewannen 0,46 Prozent.
Auslöser der Erholung waren starke Quartalszahlen von Amazon und Microsoft, die dem KI-Trade neues Vertrauen gaben.
Besonders ausgeprägt war die Bewegung in Asien. Der südkoreanische Kospi sprang um mehr als 15 Prozent nach oben, gestützt von kräftigen Kursanstiegen bei SK Hynix und Samsung Electronics. Auch japanische Aktien zogen mit. Der Nikkei 225 gewann mehr als 3 Prozent.

Der Markt brauchte dringend gute Nachrichten. Am Mittwoch hatte der Dow Jones noch mehr als 1.100 Punkte verloren und damit den schwächsten Handelstag seit April 2025 verzeichnet. Die Verkaufswelle setzte ein, nachdem die Federal Reserve den Leitzins unverändert gelassen hatte, während am Anleihemarkt Zweifel aufkamen, ob die Notenbank entschieden genug gegen die Inflation vorgeht.
Am Donnerstag drehte jedoch die Stimmung. Microsoft stieg um 16 Prozent, nachdem Azure stärker gewachsen war als erwartet. Damit zeigte der Konzern, dass die Nachfrage nach KI- und Cloud-Kapazitäten weiter robust ist.

Amazon legte nach Börsenschluss nach. Die Aktie stieg um mehr als 9 Prozent, nachdem der Quartalsumsatz die Erwartungen übertroffen hatte – erneut getragen vom Cloud-Geschäft.
Für Anleger war das genau das Signal, auf das sie gewartet hatten.
Die Hyperscaler investieren weiter. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur bleibt intakt. Solange das so bleibt, profitieren Chipkonzerne, Speicherhersteller und Anbieter von Rechenzentrumsinfrastruktur.
Die stärkste Bewegung kam damit aus Südkorea. Noch zu Beginn der Woche stand der Kospi wegen der Panik um KI-Bewertungen, Margin Calls und Sorgen über Konkurrenz aus China massiv unter Druck. Am Freitag drehte die Stimmung jedoch vollständig.
SK Hynix und Samsung Electronics schossen kräftig nach oben und zogen den gesamten Index um mehr als 15 Prozent mit. Das zeigt, wie heftig Märkte ausschlagen können, wenn die Positionierung extrem wird.
Wenn alle gleichzeitig dieselben KI-Aktien verkaufen, entsteht Panik. Liefern Microsoft und Amazon anschließend den Beleg, dass die KI-Nachfrage weiter lebt, müssen Anleger in hohem Tempo zurückkaufen.
Der iShares Semiconductor ETF war bereits am Donnerstag um mehr als 8 Prozent gestiegen. Asien folgte danach mit einer spektakulären Aufholbewegung.
Gelöst ist damit aber nicht alles. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen liegt weiterhin bei rund 5,2 Prozent und bewegt sich nahe dem höchsten Stand seit 2007. Das bleibt ein Problem für Aktien, vor allem für Sektoren, die von hohen Bewertungen und enormen Investitionen abhängig sind.

Der Markt verarbeitet derzeit zwei Narrative zugleich.
Auf der einen Seite steht die Erleichterung, dass der KI-Zyklus nicht einfach abreißt. Auf der anderen Seite lasten höhere Zinsen, Inflationssorgen und die Fed weiter auf riskanten Anlagen.
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