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Der KI-Trade ist noch nicht vorbei. Nach einer heftigen Verkaufswelle zu Beginn der Woche legten südkoreanische Chipaktien am Freitag kräftig zu. SK Hynix stieg um mehr als 25 Prozent, Samsung Electronics gewann gut 20 Prozent.

Damit machte der Markt einen großen Teil der jüngsten Panik auf einen Schlag wett. Die Bewegung folgte auf eine starke Sitzung bei US-Technologiewerten, nachdem Microsoft und Amazon mit ihren Quartalszahlen das Vertrauen in KI-Investitionen neu belebt hatten.
Der wichtigste Impuls kam aus den USA. Microsoft legte am Donnerstag deutlich zu, nachdem Azure stärker gewachsen war als erwartet. Genau das wollten Anleger sehen: solides Cloud-Wachstum, getragen von KI-Nachfrage, ohne dass die Investitionsausgaben völlig aus dem Ruder zu laufen scheinen.
Auch Amazon sprang nachbörslich nach oben, nachdem der Umsatz besser ausgefallen war als erwartet. Rückenwind kam vor allem aus dem Cloud-Geschäft. Für die gesamte KI-Wertschöpfungskette ist das ein wichtiges Signal.
Wenn Microsoft und Amazon mit Cloud und KI weiter wachsen, bleibt die Nachfrage nach Rechenzentren, Chips, Speicher und Netzwerktechnik intakt. Davon profitieren Unternehmen wie SK Hynix, Samsung, TSMC, Tokyo Electron und Advantest unmittelbar.
Der iShares Semiconductor ETF stieg in der Nacht um mehr als 8 Prozent. Asien zog anschließend mit einer explosiven Aufholbewegung nach.

Bei SK Hynix ist die Bewegung besonders bemerkenswert. Die Aktie war zu Beginn der Woche wegen Sorgen über hohe Bewertungen, den zyklischen Speichermarkt und zunehmende Konkurrenz aus China stark unter Druck geraten. Heute hat sich die Stimmung jedoch vollständig gedreht.
Das zeigt, wie angespannt die Positionierung am Markt geworden war. Wenn Anleger massenhaft dieselben KI-Gewinner verkaufen, kann der Rückgang heftig ausfallen. Kommen jedoch positive Nachrichten von den Hyperscalern, kann die Gegenbewegung ebenso dynamisch nach oben verlaufen.
Samsung profitierte ebenfalls, ebenso LG Innotek und Seoul Semiconductor. Auch japanische Chipwerte wie Advantest, Tokyo Electron, Disco, Lasertec und Renesas legten kräftig zu. SoftBank, das über Arm als KI-Proxy gilt, gewann ebenfalls deutlich.
Ein Freibrief ist diese Erholung dennoch nicht. In den vergangenen Wochen wurde deutlich, dass Anleger höhere KI-Ausgaben nicht mehr automatisch bejubeln. Die Logik „Ausgaben um jeden Preis“ wird abgestraft, wenn Unternehmen keine überzeugenden Belege für Wachstum, Margen und Rendite liefern.
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