Das US-Berufungsgericht hat entschieden, dass das FBI nicht für das Löschen einer Festplatte haftet, auf der laut einem verurteilten Mann mehr als 3.400 Bitcoin (BTC) gespeichert gewesen sein sollen.
Der Betroffene, Michael Prime, behauptet, er habe dadurch ein Vermögen von rund 345 Millionen US-Dollar verloren. Die Richter halten dem jedoch entgegen, dass er jahrelang bestritten habe, überhaupt so viel Krypto besessen zu haben.
Richter nennen die Erklärung unglaubwürdig
Als Prime 2019 wegen Identitätsbetrugs, Computerbetrugs und Waffenbesitzes vor Gericht stand, erklärte er, er sei Eigentümer von 3.500 Bitcoin. Doch diese Darstellung hielt nicht lange. In späteren Unterlagen an die Behörden gab er an, nur noch zwischen 200 und 1.500 US-Dollar in Bitcoin zu besitzen – nach eigenen Angaben sein einzig verbliebenes Vermögen.
Nach zwei Jahren Haft forderte Prime bei seiner Entlassung 2022 die Festplatte zurück, die das FBI zuvor mitgenommen hatte. Die Platte war jedoch bereits vernichtet – ein Standardvorgang beim Abschluss von Ermittlungen. Prime sprach von einer rechtswidrigen Handlung, doch das Gericht folgte dem nicht.
In der Entscheidung heißt es, selbst wenn die Bitcoin tatsächlich existiert hätten, wäre es nicht angemessen, Prime dafür jetzt noch zu entschädigen.
Richter halten die Erklärung für unglaubwürdig
Prime versuchte seine niedrige Angabe später damit zu erklären, er habe sich auf den Kurswert eines einzelnen Bitcoin im Jahr 2020 bezogen. Die Richter ließen das nicht gelten. In ihrer Begründung schreiben sie, die Erklärung sei „völlig unglaubwürdig“, da der Bitcoin-Kurs im Februar 2020 über 10.000 US-Dollar lag.
Zudem wiesen die Richter darauf hin, dass Prime über Jahre hinweg behauptete, er habe kaum bis gar keine Bitcoin. Erst nach seiner Entlassung will er plötzlich eine riesige Menge Krypto besessen haben. „Erst später behauptete er, ein Bitcoin-Mogul zu sein“, schrieben die Richter.
Bitcoin womöglich für immer verloren
Da die Festplatte gelöscht wurde, ist auch der kryptografische Schlüssel verschwunden, mit dem Prime Zugriff auf seine Bitcoin gehabt hätte. Ohne diesen Schlüssel ist es unmöglich, die Coins jemals zurückzubekommen.
Aus Daten von Glassnode geht hervor, dass fast 7 Prozent aller Bitcoin für immer verloren sind – insgesamt rund 1,46 Millionen BTC. Chainalysis schätzt, dass die tatsächliche Zahl sogar auf etwa 17,5 Prozent steigen könnte.
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