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An der Wall Street wachsen die Zweifel an den enormen Investitionen, die Big Tech in künstliche Intelligenz steckt. Am Donnerstag verloren die sogenannten Magnificent Seven zusammen fast 800 Milliarden Dollar an Börsenwert, nachdem die Quartalszahlen von Alphabet und Tesla bei Anlegern die Sorge schürten, dass die Kosten schneller steigen als die Erträge.
Die Magnificent Seven, bestehend aus Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon, Alphabet, Meta und Tesla, büßten gemeinsam 797 Milliarden Dollar an Börsenwert ein. Der Index der Gruppe verlor 4,8 Prozent, der größte Rückgang innerhalb eines Tages seit der Verkaufswelle nach den US-Importzöllen im April. Der S&P 500 schloss 1,2 Prozent tiefer, der Nasdaq 100 gab 1,9 Prozent nach.

Auslöser waren die Quartalszahlen von Alphabet und Tesla. Alphabet hob sein Investitionsbudget für dieses Jahr auf bis zu 205 Milliarden Dollar an, während Tesla-Chef Elon Musk die Anleger darauf vorbereitete, dass 2026 ein Jahr mit außergewöhnlich hohen Investitionsausgaben wird.
Jahrelang wurden solche Investitionen von Anlegern belohnt. Inzwischen rückt eine andere Frage in den Vordergrund: Wann zahlen sich diese Milliarden tatsächlich aus?
„Das eigentliche Problem ist, wie viel Geld ausgegeben wird. Niemand weiß, welche Rendite diese Investitionen am Ende bringen“, sagte Ken Mahoney, Chef von Mahoney Asset Management.
Auch Jason Lemire von Bold Wealth Partners sieht einen klaren Stimmungsumschwung. Seiner Einschätzung nach waren diese Unternehmen über Jahre außergewöhnlich starke Cashflow-Maschinen. Nun entwickelten sie sich zunehmend zu kapitalintensiven Konzernen, bei denen Anleger genauer hinterfragen, ob die Investitionen ausreichend Rendite abwerfen.
Bei Alphabet wurde diese Sorge besonders deutlich. Trotz des starken Wachstums im Cloud-Geschäft führten Investitionen von 45 Milliarden Dollar im zweiten Quartal dazu, dass der freie Cashflow erstmals seit dem Börsengang negativ ausfiel.
Tesla traf es am härtesten: Die Aktie verlor 15 Prozent, der größte Kursrückgang seit März 2025. Alphabet gab mehr als 7 Prozent nach und verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit Mai 2025.
Auch andere KI-Schwergewichte gerieten unter Druck. Microsoft verlor 2,2 Prozent, Amazon fiel um 4,6 Prozent, Meta schloss 3,4 Prozent tiefer. Diese Unternehmen legen in der kommenden Woche ihre Quartalszahlen vor. Anleger dürften dabei besonders genau auf die Höhe der KI-Investitionen achten.
Auch Chipwerte entkamen dem Verkaufsdruck nicht. Der Philadelphia Semiconductor Index verlor 0,5 Prozent. Obwohl der Sektor dank der KI-Rally in diesem Jahr weiterhin mehr als 70 Prozent im Plus liegt, nimmt die Volatilität rasch zu.
Die Sorgen um KI kommen zudem zur Unzeit. Der Ölpreis ist wegen der zunehmenden Spannungen rund um Iran erneut über 100 Dollar je Barrel gestiegen. Höhere Energiepreise könnten die Inflation wieder anheizen, wodurch die Zentralbanken die Zinsen möglicherweise länger hoch halten müssen.
Nach Einschätzung von Mahoney entsteht daraus eine „perfekte Mischung“ für Druck auf Technologieaktien. Teure KI-Investitionen, steigende Zinsen und geopolitische Unsicherheit führen dazu, dass Anleger bei Unternehmen kritischer werden, die Hunderte Milliarden Dollar investieren, ohne dass dem unmittelbar höhere Gewinne gegenüberstehen.
Auffällig robust zeigte sich dagegen Apple. Die Aktie fiel nur um 1 Prozent, auch weil der Konzern deutlich weniger aggressiv in KI investiert als seine Branchenkollegen. Gerade diese Zurückhaltung scheint Anlegern derzeit mehr Vertrauen zu geben.
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