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Die US-Börsenfutures tendieren am Donnerstagmorgen leicht schwächer. Anleger müssen sich erneut mit derselben Risikokombination auseinandersetzen: höheren KI-Investitionen, steigenden Ölpreisen und einem Markt, der Bewertungen zunehmend kritischer hinterfragt.
Die Dow-Futures gaben um rund 43 Punkte nach. Die Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq 100 verloren jeweils 0,2 Prozent.
Der wichtigste Belastungsfaktor kommt aus dem Technologiesektor. Alphabet, der Mutterkonzern von Google, verlor im nachbörslichen Handel fast 3 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Prognose für die Investitionsausgaben 2026 auf bis zu 205 Milliarden Dollar angehoben hatte.

Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur ist damit weiterhin stark genug, um noch höhere Investitionen zu rechtfertigen. Für Anleger ist das inzwischen aber nicht mehr automatisch eine gute Nachricht.
In der ersten Phase der KI-Hausse wurden höhere Investitionen nahezu automatisch positiv aufgenommen. Mehr Rechenzentren, mehr Chips und mehr Cloud-Kapazität galten als Beleg für eine starke KI-Nachfrage. Unternehmen, die aggressiv investierten, wurden belohnt.
Diese Phase scheint jedoch vorbei zu sein. Der Markt will nun Belege dafür, dass all diese Ausgaben in Umsatz, Margen und freien Cashflow münden. Der höhere Investitionsausblick von Alphabet zeigt, dass das Wettrüsten im KI-Bereich weitergeht. Zugleich steigt der Druck, daraus auch Renditen zu erwirtschaften.
Das erklärt den Kursrückgang der Aktie. Anleger sehen eine starke KI-Nachfrage, aber auch eine immer größere Rechnung.
Alphabet ist in diesem Zusammenhang mehr als nur Google. Der Konzern gehört zu den großen Hyperscalern, die in den kommenden Jahren die KI-Infrastruktur aufbauen sollen. Wenn Alphabet die Investitionsausgaben erhöht, ist das grundsätzlich positiv für Chipkonzerne, Rechenzentrumsbauer und Anbieter von Energieinfrastruktur.
Für den Aktienmarkt insgesamt ist die Lage jedoch komplexer. Wenn Hyperscaler immer mehr investieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, rückt die Frage der Profitabilität stärker in den Vordergrund. Wie viel zusätzlicher Umsatz entsteht tatsächlich aus diesen Investitionen? Wie schnell wird Cloud-Nachfrage in Cashflow umgewandelt? Und wie lange akzeptieren Anleger, dass die Kosten schneller steigen als die sichtbar werdenden Erträge?
Hinzu kommt der weitere Anstieg des Ölpreises. Brent kletterte am Donnerstag auf 96 Dollar je Barrel, WTI bewegte sich in Richtung 88 Dollar. Auslöser sind erneut geopolitische Spannungen. Ein Tanker wurde vor Saudi-Arabien von einem unbekannten Projektil getroffen, während Präsident Donald Trump mit Angriffen auf iranische Infrastruktur drohte.
Damit rückt der Krieg wieder stärker in den Fokus der Anleger. Der Zeitpunkt ist ungünstig. Höhere Ölpreise zwingen den Markt erneut, die Inflationsrechnung aufzumachen. Bleibt Energie teuer, kann sich das auf Transportkosten, Erzeugerpreise, Verbraucherpreise und Inflationserwartungen auswirken.
Für Unternehmen wird Preissetzungsmacht dadurch wichtiger. Firmen, die höhere Kosten weitergeben können, wirken relativ attraktiver. Unternehmen ohne entsprechende Preissetzungsmacht könnten dagegen unter Druck geraten.
Die US-Renditen zeigten sich am Donnerstagmorgen relativ stabil, verharrten aber auf hohem Niveau. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen lag bei rund 4,66 Prozent, die zweijährige Rendite bei etwa 4,30 Prozent. Der Markt rechnet weiterhin damit, dass die Federal Reserve den Leitzins in der kommenden Woche unverändert lässt. Die Wahrscheinlichkeit späterer Zinserhöhungen ist jedoch wieder gestiegen.

Für den Technologiesektor ist das entscheidend. KI-Infrastruktur erfordert enorme Investitionen. Bleiben die Zinsen hoch, wird Kapital teurer und die Messlatte für künftige Renditen steigt. Für hoch bewertete Wachstumsaktien ist das eine schwierige Mischung: ein höherer Ölpreis, größere Inflationsrisiken, hohe Zinsen und zugleich ein steigender Investitionsbedarf.
Heute steht für Anleger erneut ein voller Kalender mit Quartalszahlen an. Vorbörslich legen unter anderem Dow, American Airlines, T-Mobile, Union Pacific und Norfolk Southern Ergebnisse vor. Nach Handelsschluss folgt Intel.
Vor allem Intel ist für den breiteren Chipsektor von Bedeutung. Nach der Erholung der vergangenen Tage wollen Anleger wissen, ob die Nachfrage nach Chips und Infrastruktur breit genug bleibt, um die Bewertungen zu stützen.

Daneben werden in den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Sie könnten das Zinsbild erneut beeinflussen, zumal der Markt derzeit empfindlich auf jedes Signal reagiert, dass die Fed länger restriktiv bleiben muss.
Huthi haben im Roten Meer zwei Öltanker angegriffen, der wichtigsten Ausweichroute zur Straße von Hormus. Brent stieg auf mehr als 96 Dollar je Barrel.
Tesla weist einen Gewinn von 33 US-Cent je Aktie aus, deutlich weniger als die erwarteten 51 Cent. Die Aktie verliert im nachbörslichen Handel mehr als 3 Prozent.
Tesla legt heute Abend Quartalszahlen vor. Anleger blicken vor allem auf KI, das Robotaxi-Projekt, die Margen und Elon Musks Ausblick.
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