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Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) hat nun auch die letzten beiden Mitgründer der insolventen Krypto-Kreditplattform Celsius belangt.
Daniel Leon und Nuke Goldstein zahlen zusammen 6,5 Millionen US-Dollar und müssen für künftige Aktivitäten im Finanzsektor strenge Auflagen erfüllen. Damit hat die Aufsichtsbehörde nun mit allen drei Celsius-Gründern Vergleiche geschlossen, nachdem zuvor bereits der frühere CEO Alex Mashinsky einer Vereinbarung zugestimmt hatte.
Der frühere Strategiechef Daniel Leon zahlt 4,1 Millionen US-Dollar. Zudem erließ ein Bundesgericht ein zivilrechtliches Urteil über 4,72 Milliarden US-Dollar. Diese Summe bleibt weitgehend ausgesetzt, solange Leon alle Bedingungen des Vergleichs einhält und seine finanzielle Lage vollständig offenlegt.
Der frühere Technikchef Nuke Goldstein zahlt 2,4 Millionen US-Dollar.
Neben den finanziellen Sanktionen dürfen beide Ex-Manager nur noch stark eingeschränkt am Markt für Finanzprodukte tätig sein. Leon darf keine Dienste mehr anbieten oder bewerben, über die Verbraucher digitale Vermögenswerte einzahlen, tauschen, anlegen oder abheben können. Für Goldstein gilt ein vergleichbares Verbot für Produkte, mit denen Privatanleger digitale Vermögenswerte kaufen, verkaufen oder handeln können.
Beiden ist es außerdem untersagt, irreführende Aussagen über Finanzprodukte oder -dienstleistungen zu machen. Verboten ist auch, sich mit falschen Angaben Zugang zu Finanzdaten von Kunden zu verschaffen. Leon darf zudem keine personenbezogenen Kundendaten mehr ohne ausdrückliche Zustimmung weitergeben.
Die FTC hatte im Juli 2023 Klage gegen Celsius und die drei Mitgründer eingereicht. Nach Darstellung der Behörde präsentierte sich die Plattform als sichere Alternative zu einer traditionellen Bank, während Kunden ein falsches Bild von der finanziellen Lage des Unternehmens erhielten.
So behauptete Celsius, Kunden könnten ihre Guthaben jederzeit abheben und eine Versicherungspolice über 750 Millionen US-Dollar schütze ihre Vermögenswerte. Zudem erklärte das Unternehmen, ausreichende Reserven vorzuhalten und keine unbesicherten Kredite zu vergeben.
Nach Angaben der FTC entsprach dieses Bild nicht der Realität. Im April 2022 hatte Celsius schätzungsweise bereits unbesicherte Kredite im Umfang von rund 1,2 Milliarden US-Dollar in den Büchern. Die beworbene Versicherungspolice über 750 Millionen US-Dollar soll zudem nie existiert haben.
Trotz der sich rasch verschlechternden Finanzlage beruhigten die Manager die Kunden weiter. Im Juni 2022 fror Celsius alle Auszahlungen ein. Einen Monat später beantragte das Unternehmen Gläubigerschutz.
Die neuen Vergleiche folgen auf die frühere Vereinbarung zwischen der FTC und dem ehemaligen CEO Alex Mashinsky. Er stimmte einer Zahlung von 10 Millionen US-Dollar zu und erhielt ein dauerhaftes Verbot, Produkte oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten anzubieten oder zu bewerben.
Auch die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) verhängte gegen ihn ein dauerhaftes Handelsverbot. Damit darf er nicht mehr an Märkten tätig sein, die der Aufsicht dieser Behörde unterliegen.
Das Strafverfahren lief unabhängig von den zivilrechtlichen Verfahren. Im Mai 2025 wurde Mashinsky zu zwölf Jahren Haft verurteilt, nachdem er sich des Betrugs im Rohstoffhandel und des Wertpapierbetrugs schuldig bekannt hatte. Zudem musste er mehr als 48 Millionen US-Dollar herausgeben.
Celsius verwaltete auf dem Höhepunkt Kundengelder von rund 25 Milliarden US-Dollar. Als die Plattform im Juni 2022 alle Auszahlungen stoppte, waren nach Angaben des US-Justizministeriums rund 4,7 Milliarden US-Dollar von Hunderttausenden Kunden blockiert.
Die Abwicklung der Insolvenz läuft unterdessen weiter. Im August 2025 begann Celsius mit einer dritten Ausschüttung an Gläubiger im Umfang von rund 220,6 Millionen US-Dollar. Damit waren zu diesem Zeitpunkt knapp 65 Prozent aller anerkannten Forderungen bedient.
Mit den neuen Vergleichen hat die FTC die Zivilverfahren gegen alle drei Mitgründer abgeschlossen. Die Insolvenzabwicklung sowie weitere strafrechtliche und zivilrechtliche Verfahren laufen vorerst weiter.
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