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Maya Protocol hat sein Netzwerk nach einem Hack angehalten, bei dem ein Angreifer Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen im Wert von rund 1,7 Millionen Dollar erbeutet haben soll. Während des Angriffs löste die Plattform einen globalen Notstopp aus, um weitere Abflüsse aus dem Netzwerk zu verhindern.
Nach Angaben von Mitgründer Aalux ging es unter anderem um 20 BTC im Wert von etwa 1,4 Millionen Dollar. Hinzu kamen weitere Krypto-Werte im Umfang von rund 300.000 Dollar. Auffällig ist vor allem die Vorgehensweise. Einer vorläufigen Analyse zufolge kombinierte der Hacker sechs verschiedene Schwachstellen in MAYAChain.
Der Angriff war ungewöhnlich komplex. In einer einzigen Transaktion führte der Hacker 23 einzelne Befehle aus und nutzte dabei mehrere Schwachstellen in MAYAChain nacheinander aus.
Die Sicherheitslücken betrafen unter anderem Handelskonten, die Verarbeitung ausgehender Transaktionen und die Berechnung von Liquiditätspools. Dabei handelt es sich um digitale Handelsreserven, in denen Kryptowährungen gebündelt werden, um Transaktionen zu ermöglichen.
Der vorläufigen Analyse zufolge brachte der Angreifer zunächst das Sicherheitssystem zur Erkennung möglicher Diebstähle dazu, fehlerhaft anzuschlagen. Anschließend manipulierte er einen vergleichsweise kleinen Liquiditätspool.
Indem er den Wert dieses Pools künstlich in die Höhe trieb, konnte der Hacker schließlich 48,87 Millionen CACAO-Token aus dem sogenannten Asgard-Modul abziehen.
Asgard besteht aus digitalen Tresoren, in denen Krypto-Werte verwaltet werden, die für Transaktionen zwischen verschiedenen Blockchains benötigt werden. Maya Protocol ermöglicht damit etwa, Bitcoin direkt gegen andere Kryptowährungen zu tauschen, ohne zuvor eine zentrale Kryptobörse nutzen zu müssen.
Ersten Berechnungen zufolge konnte der Angreifer Krypto-Werte im Umfang von rund 1,36 Millionen Dollar auf andere Blockchains verschieben. Zudem behielt er über CACAO und Handelspositionen innerhalb von MAYAChain die Kontrolle über weitere rund 291.000 Dollar.
Der Hack hatte auch erhebliche Folgen für CACAO, den eigenen Coin von MAYAChain.
Der Blockchain-Analyst Vini Barbosa berichtet auf Grundlage der vorläufigen Ergebnisse, dass der CACAO-Kurs während des Vorfalls um rund 88,7 Prozent einbrach. Der Preis fiel von etwa 0,115 Dollar auf nur noch 0,013 Dollar.
Dadurch wirkte der Gesamtschaden zunächst deutlich größer als der Betrag, den der Hacker tatsächlich erbeuten konnte.
Der gemeinsame Wert der betroffenen Liquiditätspools sank während des Angriffs um rund 10,9 Millionen Dollar. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Hacker auch 10,9 Millionen Dollar erbeutet hat.
Ein großer Teil dieses Verlusts entstand, weil CACAO in der chaotischen Marktphase fast neunzig Prozent seines Werts einbüßte. Zudem kam es zu erheblichen Preisunterschieden, von denen andere Händler profitieren konnten, indem sie an einem Ort günstig kauften und an anderer Stelle teurer verkauften.
Die tatsächlich erbeutete Summe liegt daher deutlich niedriger. Krypto-Werte im Umfang von rund 1,36 Millionen Dollar wurden auf andere Blockchains verschoben. Weitere rund 291.000 Dollar verblieben in Positionen, über die der Angreifer Kontrolle hatte.
Maya Protocol ist nicht die erste Plattform für Transaktionen zwischen verschiedenen Blockchains, die in diesem Jahr von Hackern angegriffen wurde.
Im Mai wurde THORChain attackiert. Die Kryptoplattform setzte den Handel aus, nachdem rund 10,7 Millionen Dollar aus einem ihrer Tresore verschwunden waren. Automatische Sicherheitsprüfungen griffen innerhalb weniger Minuten ein. Nach gut einem Monat Stillstand wurde der Handel am 23. Juni wieder aufgenommen.
Auch Axelar war im Juni von einem Sicherheitsvorfall betroffen. Die Plattform deaktivierte ihre Verbindungen zum Secret Network, nachdem Krypto-Werte im Umfang von rund 4,7 Millionen Dollar erbeutet worden waren. Nach Angaben von Axelar lag die Sicherheitslücke aufseiten des Secret Network; die eigene Kerninfrastruktur sei nicht betroffen gewesen.
Maya Protocol arbeitet unterdessen daran, die sechs Schwachstellen zu schließen, die bei der ersten Untersuchung festgestellt wurden. Die Entwickler führen zudem zusätzliche Prüfungen durch, bevor Transaktionen zwischen verschiedenen Blockchains wieder vollständig zugelassen werden.
Wann das Netzwerk wieder gestartet wird, ist noch nicht bekannt. Laut Aalux hat der globale Notstopp verhindert, dass der Hacker weitere Krypto-Werte erbeuten konnte.
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