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Der Bitcoin-Kurs gab gestern plötzlich um mehrere Tausend Dollar nach. Auslöser waren robuste Konjunkturdaten aus den USA, die die Erwartungen an eine Zinserhöhung steigen ließen und die Renditen am Anleihemarkt nach oben trieben. Der Markt reagierte entsprechend empfindlich.

Bitcoin-Kurs gerät nach starken US-Daten unter Druck.
Bitcoin-Kurs gerät nach starken US-Daten unter Druck. Quelle: TradingView

US-Wirtschaft stärker als erwartet

Sowohl der Indikator für die US-Industrie als auch jener für den Dienstleistungssektor fiel gestern besser aus als erwartet. Das Wachstum erreichte sogar den höchsten Stand seit fünf Jahren.

Gleichzeitig stiegen die Inputkosten auf den höchsten Stand seit 2022, unter anderem wegen höherer Energie- und Transportkosten.

Mit dem stärkeren Wachstum nahm damit auch die Sorge vor einer wieder anziehenden Inflation zu. Für den Markt reichte das aus, um die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung am 28. Oktober deutlich höher einzupreisen: von 50 auf rund 70 Prozent.

Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober steigt auf 70,9 Prozent.
Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober steigt auf 70,9 Prozent. Quelle: CME Group

Ölpreis bleibt wichtigster Faktor für Bitcoin

Vorerst bleibt der Ölpreis – und damit der Konflikt zwischen den USA und Iran – der wichtigste Faktor für Bitcoin (BTC). Schon zu Wochenbeginn war zu sehen, dass ein fallender Ölpreis Bitcoin und die Finanzmärkte insgesamt entlastete.

Die gestrigen Daten machten diese Entspannung jedoch zunichte. Ob Zinserhöhungen tatsächlich die richtige Antwort sind, ist allerdings offen. Die Wirtschaft ist nicht auf breiter Front stark, sondern wird vor allem von der KI-Revolution getragen.

Gleichzeitig ist das Inflationsproblem vor allem ein Angebotsproblem. Es gibt zu wenig Öl. Daran ändern Zinserhöhungen nichts. Entsprechend fraglich ist, ob die US-Notenbank die vergleichsweise straffen Markterwartungen erfüllen kann, wonach in diesem Jahr noch zwei Zinserhöhungen folgen sollen.

Für Bitcoin ergibt sich dadurch Spielraum für eine Erholung. Etwa dann, wenn der Ölpreis fällt und der Markt zu dem Schluss kommt, dass nicht zwei Zinserhöhungen bevorstehen, sondern möglicherweise höchstens eine im Jahr 2026.

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