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Der Chipindex SOX startete am Montag noch im Plus, schloss am Dienstag aber fast 5 Prozent tiefer. Das schürt erneut die Sorge um den KI-Bullenmarkt.
Als Hauptgrund gelten vor allem die steigenden langfristigen Renditen amerikanischer Staatsanleihen. Das ist nachvollziehbar: Steigen die Zinsen, müssen Aktien und KI-Investitionen eine immer höhere Hürde nehmen, um attraktiv zu bleiben. Dennoch sehe ich bislang keinen überzeugenden Beleg dafür, dass die KI-Blase jetzt platzt.
An Tagen mit deutlichen Kursverlusten sind emotionale Schlussfolgerungen über platzende Blasen schnell zur Hand. Doch anhand der Daten lässt sich diese These bislang nur schwer belegen.

Gefühlt mag KI wie eine Blase wirken, weil die Kurse stark gestiegen sind. Auf Basis dieser Zahlen lässt sich jedoch noch nicht überzeugend behaupten, dass der Markt kurz vor dem Bruch steht.
Natürlich sind die steigenden langfristigen Zinsen ein Risiko. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen liegt nahe dem höchsten Stand seit fast 20 Jahren. Das erhöht die Kapitalkosten und belastet die Bewertungen, vor allem bei Wachstumswerten.
Aus meiner Sicht reicht das allein aber noch nicht aus, um den KI-Bullenmarkt zu beenden. Dafür müsste mehr zusammenkommen: enttäuschende Quartalszahlen, nachlassendes Umsatzwachstum oder Daten, die grundsätzliche Zweifel am kurzfristigen Nutzen von KI aufwerfen. Bislang ist davon wenig zu sehen.
Auch der Kreditmarkt signalisiert noch keinen größeren Stress. Die Credit Spreads bleiben extrem niedrig. Risikoreichere Unternehmen müssen gegenüber der US-Regierung also weiterhin nur einen begrenzten Zinsaufschlag zahlen.

Hätten Anleger tatsächlich Angst vor wirtschaftlichen Schäden oder Zahlungsausfällen, würden diese Spreads deutlich steigen. Das ist derzeit nicht der Fall.
Der Druck scheint also vor allem von höheren langfristigen Zinsen und den damit verbundenen Sorgen auszugehen. Entscheidend ist nun, ob die Chipindizes an den richtigen Marken Unterstützung finden. Für den SOX wäre idealerweise ein höheres Tief im Bereich des exponentiellen 100-Tage-Durchschnitts wichtig, also bei etwa 11.438 Punkten.

Stoppt der Rückgang dort, würde der Index gegenüber dem Einbruch im Juli ein höheres Tief ausbilden. Anschließend müsste ein neuer Anstieg das August-Hoch überwinden. Höhere Tiefs und höhere Hochs: Genau dieses Muster braucht der KI-Bullenmarkt, um glaubwürdig intakt zu bleiben.
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