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Der Krieg mit Iran führt zu einem unerwarteten Helium-Engpass. Inzwischen bekommen das auch Verbraucher zu spüren: Händler haben zunehmend Schwierigkeiten, Partyballons zu füllen, die Heliumpreise sind deutlich gestiegen, wie MarketWatch berichtet.
Hinter dem Engpass steht ein größeres Problem. Katar zählt zu den wichtigsten Heliumproduzenten der Welt, doch Produktion und Lieferketten im Nahen Osten sind durch den Krieg gestört. Damit betrifft der Konflikt nicht nur Partygeschäfte: Helium spielt auch in Krankenhäusern und bei der Herstellung von Computerchips eine wichtige Rolle.
Die Probleme hängen eng mit der Lage rund um die Straße von Hormus zusammen. Durch den Konflikt ist diese zentrale Handelsroute der Quelle zufolge faktisch geschlossen. Das belastet nicht nur den Handel mit Öl, sondern auch mit Helium, Polyester und anderen Rohstoffen.
Für Helium ist das besonders relevant. Katar steht nach Angaben der US-Geologiebehörde USGS für rund ein Drittel der weltweiten Heliumversorgung. Iranische Angriffe auf das Produktionsnetzwerk Katars haben diese Lieferungen beeinträchtigt.
Die Folgen sind inzwischen beim US-Einzelhändler Dollar Tree sichtbar. Konzernchef Mike Creedon sagte, der Heliumengpass habe den Umsatz mit Partyartikeln im zweiten Quartal um rund 15 Millionen Dollar belastet.
Ballons mögen im Einzelhandel nur ein kleiner Posten sein, sie bringen Creedon zufolge aber Kunden in die Filialen. Wer einen Ballon für einen Geburtstag oder eine andere Feier kauft, nimmt häufig auch weitere Partyartikel mit.
Zudem haben sich die Probleme seit Beginn des Konflikts verschärft. Im Mai sprach Dollar Tree noch von einem etwas angespannten Heliummarkt. Dank mehrerer Lieferanten rechnete das Unternehmen damals damit, auch zu nachfragestarken Anlässen wie Muttertag und Abschlussfeiern ausreichend Helium zu haben.
Die weltweite Verfügbarkeit von Helium liegt nach Einschätzung des Heliumexperten Phil Kornbluth derzeit etwa zehn Prozent unter dem Niveau vor Ausbruch des Krieges mit Iran.
Von einer umfassenden globalen Heliumkrise kann dennoch noch keine Rede sein. Frühere Überschüsse, bestehende Vorräte und eine teilweise Erholung der Produktion in Katar gleichen einen Teil der Engpässe aus. Kornbluth betont zudem, dass die Probleme von Dollar Tree nicht überall zu beobachten seien. Einige Unternehmen könnten weiterhin ausreichend Helium einkaufen.
Ruhig geblieben ist der Markt deshalb aber nicht. Am freien Markt liegen die Heliumpreise Kornbluth zufolge zwei- bis dreimal so hoch wie vor dem Konflikt. Dieser sogenannte Spotmarkt macht allerdings höchstens fünf Prozent des gesamten Heliummarkts aus.
Bei langfristigen Verträgen fallen die Preissteigerungen weniger extrem aus, bleiben aber beträchtlich. Dort sollen die Preise um etwa 15 bis 30 Prozent gestiegen sein.
Ein Heliumengpass betrifft weit mehr als Geburtstage und Partygeschäfte. Das Gas entsteht als Nebenprodukt bei der Erdgasförderung und besitzt Eigenschaften, die es für verschiedene hochwertige Anwendungen nur schwer ersetzbar machen.
So wird Helium eingesetzt, um die starken Magneten in MRT-Scannern zu kühlen. Auch bei der Produktion von Computerchips spielt das Gas eine Rolle, unter anderem um unerwünschte chemische Stoffe und Verunreinigungen während des Herstellungsprozesses fernzuhalten.
Sophia Hayes, Chemieprofessorin an der Washington University in St. Louis, erklärt, dass Lieferanten bei Knappheit in der Regel wichtigeren Anwendungen Vorrang einräumen. Partyballons gehören deshalb zu den ersten Produkten, die betroffen sein können.
Gerade deshalb kann die Lage bei Ballons ein frühes Warnsignal für höhere Kosten in anderen Teilen der Wirtschaft sein. Hält der Engpass länger an, könnten auch andere Branchen mehr für Helium zahlen müssen.
Für Händler gibt es unterdessen Alternativen. Creedon verwies etwa auf Ballons, die an einem Stab befestigt werden und deshalb kein Helium benötigen.
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