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Kanada stellt sich auf einen langwierigen Handelskonflikt mit den USA ein. Die Regierung von Premierminister Mark Carney hält es für unwahrscheinlich, dass die Gespräche mit Donald Trump rasch wieder aufgenommen werden. Möglicherweise kehren beide Länder erst nach den US-Zwischenwahlen an den Verhandlungstisch zurück.
Ottawa bereitet sich sogar auf einen Konflikt vor, der sich über Jahre hinziehen könnte. Carney arbeitet deshalb an einem Hilfspaket für kanadische Unternehmen, die von den US-Importzöllen betroffen sind. Falls nötig, will seine Regierung diese Unterstützung bis zum Ende von Trumps Amtszeit aufrechterhalten.
Die Vorbereitungen zeigen, wie tief der Bruch zwischen beiden Ländern inzwischen ist. Am Freitagabend scheiterten die Handelsgespräche in letzter Minute, woraufhin die USA neue Importzölle verhängten und Kanada Gegenmaßnahmen ankündigte.
Nach Angaben von Insidern sieht die kanadische Regierung derzeit keinen klaren Ansatzpunkt für neue Verhandlungen. Eine Wiederaufnahme vor den US-Midterms gilt als wenig wahrscheinlich, auch wenn sich die Lage noch ändern kann.
Auch aus Washington sind vorerst keine neuen Gespräche geplant. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte, die USA bereiteten nun eine Reaktion auf die angekündigten kanadischen Gegenzölle vor.
Kanada setzt diese Maßnahmen ab dem 8. September um. Carney will US-Produkte im Wert von rund 20 Milliarden Dollar mit Importzöllen belegen.
Die wirtschaftlichen Folgen könnten erheblich sein. Die kanadische und die US-Wirtschaft sind eng miteinander verflochten, Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze könnten durch höhere Importkosten belastet werden.
Carney kündigte deshalb an, binnen weniger Tage ein Hilfspaket für betroffene kanadische Unternehmen vorzulegen. Auffällig ist vor allem, wie lange Ottawa bereit ist, diese Unterstützung durchzuhalten.
„Wir werden diese Unternehmen so lange unterstützen, wie es nötig ist – notfalls bis über das Ende dieser US-Regierung hinaus“, sagte Carney.
Wie das Hilfspaket genau aussehen soll, ist noch offen. Unklar bleibt auch, wie weit der Handelskonflikt am Ende eskalieren könnte. Ein US-Regierungsvertreter hatte zuvor gewarnt, Trump würden neue Optionen vorgelegt, sollte Kanada tatsächlich zurückschlagen.
Damit droht eine Spirale immer neuer Gegenmaßnahmen. Beide Länder stehen zwar weiterhin täglich zu anderen Themen in Kontakt, eine schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch erscheint derzeit jedoch unwahrscheinlich.
Politisch scheint Carney vorerst genügend Spielraum zu haben, um die Konfrontation fortzusetzen. Seine harte Reaktion auf die gescheiterten Verhandlungen stieß in Kanada auf breite Zustimmung.
Eine Umfrage nach dem Abbruch der Gespräche zeigt, dass etwa drei von vier Kanadiern Carneys Entscheidung unterstützen, die Verhandlungen zu verlassen. Zugleich sorgen sich viele Bürger über die wirtschaftlichen Folgen.
Für Kanada könnte damit eine lange Phase der Unsicherheit beginnen. Die Regierung bereitet sich inzwischen nicht nur auf Monate ohne Handelsabkommen vor, sondern rechnet auch damit, dass der Konflikt mit den USA noch Jahre andauern könnte.
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