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JPMorgan Chase will sich einen größeren Teil der neuen Vermögen aus dem KI-Boom sichern. Nach Informationen der Financial Times lockert die US-Bank ihre Vorgaben für Kredite an Mitarbeiter und frühe Investoren von Unternehmen, die jüngst an die Börse gegangen sind. Sie können dann Geld aufnehmen und ihre Aktien als Sicherheit hinterlegen.
Üblicherweise akzeptiert JPMorgan keine Aktien von Unternehmen als Sicherheit, die seit weniger als 135 Tagen börsennotiert sind. Im Umfeld des Börsengangs von SpaceX im Juni machte die Bank intern jedoch deutlich, dass sie früher bereit sei, Kredite gegen solche Aktien zu vergeben.
JPMorgan-Banker rechnen damit, dass ein ähnliches Vorgehen auch bei Anthropic infrage kommen könnte, dem Unternehmen hinter dem Chatbot Claude, sobald es an die Börse geht.

Der Schritt zeigt, wie intensiv Wall Street um die neuen Vermögen aus dem KI-Boom konkurriert. Spitzeningenieure bei KI-Unternehmen verdienen teils Millionen oder sogar Dutzende Millionen Dollar. Ein großer Teil davon besteht aus Aktien des Unternehmens, für das sie arbeiten.
Sobald solche Unternehmen an die Börse gehen, entsteht auf einen Schlag eine neue Gruppe von Millionären. Banken und Vermögensverwalter wollen diese Kunden möglichst früh an sich binden.
Deshalb versuchen Anbieter im Umfeld des Silicon Valley bereits vor dem Börsengang, Beziehungen zu Mitarbeitern von Unternehmen wie OpenAI und Anthropic aufzubauen. Sie senken Gebühren, stellen zusätzliches Personal ein und bieten Dienstleistungen an, die für junge Tech-Millionäre attraktiv sind.
Für vermögende Mitarbeiter und frühe Investoren ist es oft attraktiver, Aktien zu beleihen, statt sie zu verkaufen. Wer Aktien verkauft, muss unter Umständen sofort Steuern auf den Gewinn zahlen. Über Kredite mit Aktien als Sicherheit können sie Liquidität schaffen, ohne ihre Beteiligung direkt zu veräußern.
Das macht solche Kredite bei vermögenden Kunden beliebt. Für Banken sind sie jedoch nicht risikolos. Der Wert junger Techunternehmen kann nach einem Börsengang stark schwanken. Zudem gelten häufig Lock-up-Vereinbarungen, die Mitarbeiter vorübergehend am Verkauf ihrer Aktien hindern. Fällt der Kurs und kann die Bank die Sicherheiten nicht ohne Weiteres verwerten, können Probleme entstehen.
Die übergeordnete Botschaft lautet: Der KI-Hype betrifft nicht nur Chips, Rechenzentren und Software. Auch Banken versuchen, an diesem Zyklus zu verdienen. JPMorgan nahm der FT zufolge 75 Millionen Dollar für seine Rolle beim Börsengang von SpaceX ein.
Morgan Stanley sammelte im zweiten Quartal über die Verwaltung von Aktienprogrammen für Mitarbeiter mehr als 74 Milliarden Dollar an neuem Vermögen aus Börsengängen ein, darunter SpaceX. Das zeigt, wie groß der finanzielle Nebeneffekt des KI-Booms inzwischen geworden ist.
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