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Investoren stecken weiterhin viel Geld in Kryptounternehmen, werden dabei aber spürbar wählerischer. Im Juli wurden 1,36 Milliarden Dollar an Wagniskapital eingesammelt, während die Zahl der Finanzierungsrunden auf den niedrigsten Stand seit zwölf Monaten fiel.
Zudem floss ein großer Teil des Kapitals an nur wenige Unternehmen. Vor allem eine Investition von 400 Millionen Dollar in Crypto.com stützte das Monatsergebnis. Die Daten von CryptoRank zeigen damit: Kapital verschwindet nicht aus dem Kryptosektor, es konzentriert sich aber zunehmend auf eine kleine Gruppe von Unternehmen.
Im Juli wurden 41 Finanzierungsrunden abgeschlossen, 28 Prozent weniger als im Vormonat. Vor einem Jahr waren es noch 111. Damit ist die Zahl der Deals binnen zwölf Monaten um mehr als 63 Prozent gesunken.
Dennoch blieb das eingesammelte Volumen mit 1,36 Milliarden Dollar vergleichsweise hoch. Das lag vor allem an Crypto.com: Das Unternehmen erhielt über eine einzelne strategische Investition 400 Millionen Dollar. Dieser eine Deal stand für fast 30 Prozent aller Wagniskapitalinvestitionen des Monats.
Ohne Crypto.com wären rund 960 Millionen Dollar eingesammelt worden. Das entspräche einem Rückgang von gut 34 Prozent gegenüber Juni.
Auch bei den übrigen Investitionen ist die Konzentration deutlich sichtbar. Die zehn größten Deals kamen zusammen auf 1,16 Milliarden Dollar, etwa 85 Prozent des gesamten Monatsvolumens.
Viele kleinere Kryptounternehmen konkurrieren damit um einen immer kleineren Teil des verfügbaren Kapitals.
Investoren scheinen vor allem bereit zu sein, Geld in Unternehmen zu stecken, die in ihrer Entwicklung bereits weiter fortgeschritten sind. Series-A-Runden und spätere Finanzierungen brachten zusammen 661 Millionen Dollar ein. Im Juni waren es noch 340 Millionen Dollar.
Unter anderem Augustus, Prime Intellect und Gauntlet sammelten hohe Beträge ein. Zusammen kamen diese drei Unternehmen auf 435 Millionen Dollar, fast zwei Drittel des Kapitals in dieser Kategorie.
Auch Handelsplattformen waren gefragt. Sie sammelten insgesamt 543 Millionen Dollar ein, davon gingen 400 Millionen Dollar an Crypto.com.
Unternehmen aus dem Zahlungsbereich erhielten 244 Millionen Dollar. Die Verbindung von Krypto und künstlicher Intelligenz (KI) zog zudem 232 Millionen Dollar an, verteilt auf acht Deals. Damit entfielen auf KI die meisten einzelnen Finanzierungsrunden.
Auch hier floss das Geld vor allem an wenige große Namen. Prime Intellect sammelte 130 Millionen Dollar ein, Venice AI 65 Millionen Dollar. Zusammen erhielten sie mehr als 84 Prozent des gesamten Kapitals in dieser Kategorie.
Werden auch andere Finanzierungsformen berücksichtigt, wurden im Juli insgesamt 2,13 Milliarden Dollar öffentlich eingesammelt. Dazu zählen unter anderem 466,7 Millionen Dollar für Strategy nach dem Börsengang sowie 300 Millionen Dollar an Fremdfinanzierung für Alpaca.
Nicht nur die Zahl der Finanzierungsrunden sinkt. Auch der Kreis professioneller Investoren wird kleiner.
CryptoRank zählte im Juli 140 verschiedene institutionelle Investoren, die in der Branche aktiv waren. Einen Monat zuvor waren es noch 202. Im Juli 2024 lag die Zahl sogar bei 413.
Damit ist die Zahl der aktiven institutionellen Investoren binnen zwei Jahren um rund 66 Prozent zurückgegangen.
Coinbase Ventures war im Juli am aktivsten und beteiligte sich an fünf Finanzierungsrunden. Nascent nahm an drei Deals teil.
Bei Übernahmen zeigt sich ein stabileres Bild. Im Juli wurden 17 Kryptounternehmen übernommen, genauso viele wie im Juni. Besonders gefragt waren Unternehmen, die Infrastruktur für die Branche entwickeln, gefolgt von Handelsplattformen und Firmen aus dem Bereich Decentralized Finance (DeFi).
Die Zahlen zeigen damit eine klare Zweiteilung. Weiterhin fließen monatlich mehr als eine Milliarde Dollar in Kryptounternehmen, doch immer weniger Firmen und Investoren sind daran beteiligt. Wer Kapital bekommt, kann nach wie vor Hunderte Millionen Dollar einwerben. Für den Rest des Marktes dürfte die Finanzierung dagegen schwieriger werden.
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