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Charles Schwab erweitert seine eigene Kryptoplattform um Solana (SOL), Chainlink (LINK) und Avalanche (AVAX). Die drei Altcoins erhalten damit direkten Zugang zu knapp 40 Millionen US-Wertpapierdepots.
Auf den Konten von Charles Schwab liegen rund 13 Billionen Dollar an Kundengeldern. Das entspricht 13.040 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Alle Kryptowährungen zusammen sind etwa 2,7 Billionen Dollar wert. Der Wall-Street-Konzern verwaltet damit nahezu das Fünffache.
Charles Schwab zählt zu den größten Brokern der Vereinigten Staaten. Viele Amerikaner bündeln dort ihre Anlagen, ihre Altersvorsorge und ihre Ersparnisse. Schwab richtet sich vor allem an Anleger, die ihr Kapital langfristig investieren, flankiert von Beratung und Kundenservice.
„Mit der Erweiterung erhalten Kunden mehr Möglichkeiten, eine Allokation in digitale Assets aufzubauen – eingebettet in die Anlage- und Bankerfahrung, die sie von Schwab kennen und der sie vertrauen“, sagte Joe Vietri, Leiter Digital Assets bei Charles Schwab. Das Unternehmen kündigte die Pläne gestern in einer Pressemitteilung an.
Im April hatte Charles Schwab seine eigene Kryptoplattform angekündigt, seit Mai wurde „Charles Crypto“ schrittweise geöffnet. Bis dahin konnten Anleger bei Schwab nur indirekt in Krypto investieren: über börsengehandelte Fonds, Futures und Aktien von Kryptounternehmen.
Zum Start erklärte das Unternehmen, die eigenen Kunden hielten bereits rund 20 Prozent des gesamten Kapitals in US-Spot-Kryptofonds. Die Nachfrage war also vorhanden, lief bislang aber über andere Anbieter.
Das Angebot umfasste bislang nur Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH), die beiden größten Coins am Markt.
Die Kryptokurse legten gestern deutlich zu; auch die neuen Werte bei Schwab Crypto profitierten. Solana stach mit einem Plus von knapp 7 Prozent hervor. Binnen zehn Tagen ist der Kurs nun bereits um fast 50 Prozent gestiegen, auf den höchsten Stand seit dem 31. Januar.
Je einfacher Krypto zu kaufen ist, desto stärker dürfte die Nachfrage ausfallen. Anleger müssen kein Konto bei einer Kryptobörse eröffnen, kein Geld überweisen und sich nicht selbst durch die Abläufe arbeiten. Wenige Klicks genügen, und der Coin liegt neben den Aktien im Depot.
Auch Sicherheit ist ein zentraler Faktor. Charles Schwab gibt es seit 55 Jahren und verwahrt die Altersvorsorge von Millionen Amerikanern. Das ist kaum mit einer Kryptobörse vergleichbar, die nicht einmal auf ein Jahrzehnt Unternehmensgeschichte kommt. Nach dem Kollaps von FTX im Jahr 2022 und den Problemen zahlreicher weiterer Anbieter hat das Vertrauen gelitten.
Börsengehandelte Fonds – auf Bitcoin, aber auch auf Altcoins wie Ethereum, XRP und Solana – erleichtern Anlegern ebenfalls einen unkomplizierten Zugang zum Sektor, ohne sich selbst um die Verwahrung kümmern zu müssen. Das stützt die zunehmende Akzeptanz.
Bei Schwab Crypto hat dieser Komfort allerdings seinen Preis. Schwab berechnet 0,75 Prozent pro Transaktion. Bei einer Order über 10.000 Dollar sind das 75 Dollar; beim Verkauf fällt derselbe Betrag an.
Die Einschränkungen gehen über die Gebühren hinaus. Zum Start waren Ein- und Auszahlungen von Krypto nicht möglich; die Coins bleiben also innerhalb von Schwab. Eine Übertragung in die eigene Wallet ist nicht vorgesehen. Auch passives Einkommen über Staking lässt sich nicht erzielen.
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