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Für Ethereum (ETH), XRP und Solana (SOL) könnte der Dienstag zu einem wichtigen Tag werden. Der US-Senat stimmt über den nächsten Schritt beim CLARITY Act ab, einem Gesetz, das endlich mehr Rechtssicherheit für Krypto in den Vereinigten Staaten schaffen soll.
Ein positives Ergebnis könnte nach Einschätzung von Analysten vor allem Altcoins kräftig Rückenwind geben. Sicher ist der Erfolg allerdings keineswegs. Die Chancen, dass die Abstimmung die nötige Mehrheit erreicht, werden derzeit auf etwa fünfzig Prozent geschätzt. Dass das Gesetz noch in diesem Jahr vollständig verabschiedet wird, liegt laut Polymarket sogar unter zwanzig Prozent.
Am Dienstag geht es noch nicht um die endgültige Verabschiedung des CLARITY Act. Zunächst stimmen die Senatoren darüber ab, ob die Beratungen über den Gesetzentwurf fortgesetzt werden dürfen. Dafür sind sechzig Stimmen erforderlich.
Wird diese Hürde genommen, wäre ein wichtiger Schritt geschafft. Die Debatte könnte anschließend weitergehen, und das Gesetz käme einer finalen Abstimmung näher.
Nach Einschätzung von Tim Sun, Senior Researcher bei der HashKey Group, lässt sich derzeit kaum vorhersagen, in welche Richtung die Abstimmung ausgeht.
„Die Chance auf eine Mehrheit bei der Verfahrensabstimmung liegt derzeit bei etwa fünfzig Prozent. Dass das Gesetz noch vor Jahresende in Kraft tritt, wird dagegen mit weniger als zwanzig Prozent bewertet“, sagte Sun gegenüber Coindesk.
Bei einem positiven Ergebnis dürfte nahezu der gesamte Kryptomarkt reagieren. Dennoch gehen Analysten davon aus, dass Ethereum am Ende stärker profitieren könnte als Bitcoin (BTC).
Der Grund: Bei Bitcoin gibt es in den Vereinigten Staaten bereits vergleichsweise viel regulatorische Klarheit. US-Spot-ETFs sind zugelassen, und große Finanzakteure haben inzwischen eine umfangreiche Infrastruktur rund um BTC aufgebaut.
Bei Ethereum sind dagegen noch mehr Fragen offen. Zugleich bildet das Netzwerk eine wichtige Grundlage für Stablecoins, dezentrale Finanzanwendungen und die Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte. Gerade in diesen Bereichen des Kryptomarkts könnte der CLARITY Act für mehr Klarheit sorgen.
Ähnliches gilt für XRP und Solana. Ein zentrales Ziel des CLARITY Act ist es, genauer festzulegen, welche Coins und Aktivitäten unter die Zuständigkeit der Börsenaufsicht SEC fallen und wann die Rohstoffaufsicht CFTC verantwortlich ist.
Diese Klarheit könnte vor allem für große Investoren wichtig sein. Sun zufolge könnte es Finanzinstituten dadurch leichter fallen, Produkte rund um XRP und Solana zu entwickeln und Kapital in diese Märkte zu lenken.
Vor allem der XRP-Kurs könnte nach Einschätzung von Bitget-Analystin Lacie Zhang stark auf ein positives Ergebnis reagieren.
Auch kleinere DeFi-Token wie Uniswap (UNI) und Aave (AAVE) werden als mögliche Gewinner genannt. Sie könnten profitieren, wenn das Gesetz Entwicklern dezentraler Protokolle und Software, bei der Nutzer die Kontrolle über ihre Krypto-Bestände behalten, mehr Schutz bietet.
Kurzfristig könnte auch der Bitcoin-Kurs deutlich reagieren. Das Handelsunternehmen TDX Strategies hält eine positive Überraschung im Senat für ausreichend, um BTC über die wichtige Marke von 82.000 Dollar zu treiben.
Anschließend sieht das Unternehmen Spielraum für eine Bewegung in Richtung 88.000 bis 90.000 Dollar. Scheitert die Abstimmung dagegen, könnte Bitcoin laut TDX in Richtung 73.000 Dollar zurückfallen.
Dabei handelt es sich um Szenarien des Handelsunternehmens, nicht um Prognosen mit Gewissheit.
Zudem reicht eine einzelne positive Abstimmung noch nicht für eine nachhaltige Erholung. Zhang will unter anderem sehen, dass Ethereum besser abschneidet als Bitcoin und dass das Handelsvolumen am Spotmarkt tatsächlich zunimmt. Ein kurzer Kurssprung nach der Abstimmung allein könnte darauf hindeuten, dass Händler vor allem auf die aktuelle Nachrichtenlage reagieren.
Bereits am Mittwoch folgt der nächste wichtige Test. Dann entscheidet die Federal Reserve erneut über die Zinsen. Sun zufolge könnte eine Zinserhöhung einen Teil des Optimismus rund um den CLARITY Act rasch wieder dämpfen, da höhere Zinsen für riskante Anlagen wie Krypto in der Regel ungünstig sind.
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