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Durch ein Upgrade von Solana (SOL) lassen sich seit der Nacht mehr als dreimal so viele Daten in einer einzelnen Transaktion unterbringen. Damit fällt eine Einschränkung weg, die Entwicklern komplexer Anwendungen seit Jahren Probleme bereitete und dem Rivalen Ethereum (ETH) einen Vorteil verschaffte.
Ganz geschlossen ist diese Lücke damit aber noch nicht.
Das Solana-Upgrade heißt Transaction V1 und wurde gegen 3.00 Uhr deutscher Zeit aktiviert, teilte die Solana Foundation mit. Eine einzelne Transaktion kann nun 4.096 Byte an Daten enthalten, zuvor waren es 1.232 Byte.
Dazu zählen Anweisungen, Signaturen und weitere Daten, die das Netzwerk benötigt, um eine Transaktion auszuführen.
Es geht also darum, wie viel eine einzelne Transaktion aufnehmen kann, nicht um die Geschwindigkeit. An der Zahl der Transaktionen, die Solana pro Sekunde verarbeitet, ändert das Upgrade nichts.
Das Softwareunternehmen Anza, das das Upgrade entwickelt hat, hatte die Umstellung zunächst für den 9. September geplant. Der Termin verschob sich um knapp eine Woche.
Für einfache Vorgänge, etwa das Versenden eines Coins, reichten 1.232 Byte problemlos aus. Bei komplexeren Abläufen mussten Entwickler ihre Transaktionen dagegen kürzen oder auf mehrere einzelne Transaktionen aufteilen.
Besonders spürbar war diese Grenze bei Unternehmens-Wallets, bei denen mehrere Personen eine Zahlung freigeben müssen. Jede Signatur benötigt Platz. Je mehr Freigaben erforderlich sind, desto schneller ist eine Transaktion ausgeschöpft.
Ähnliches galt für Zero-Knowledge-Proofs, also Nachweise, dass eine Aussage stimmt, ohne die zugrunde liegenden Daten offenzulegen. Ein solcher Nachweis besteht aus einem großen Datenblock, der sich nur schwer verkleinern lässt.
Beide Anwendungsfälle werden im Designvorschlag als Beispiele dafür genannt, was das Upgrade ermöglichen soll.
Hinzu kommt: Mehr Platz erlaubt auch mehr Schritte in einer einzigen Alles-oder-nichts-Transaktion. Scheitert ein Schritt, setzt das Netzwerk den gesamten Vorgang zurück. So bleibt eine Aktion nicht auf halbem Weg hängen.
Die bisherige Behelfslösung mit Bündeln einzelner Transaktionen bot diese Garantie dem Vorschlag zufolge nicht. Dabei konnte ein erster Schritt erfolgreich sein, während der nächste scheiterte.
Solana galt schon länger als schnellere und günstigere Alternative zu Ethereum (ETH), stieß aber an genau dieses Limit. Ethereum kennt kein starres Limit pro Transaktion. Wer mehr Daten unterbringen will, zahlt schlicht mehr Gas, also höhere Transaktionsgebühren in diesem Netzwerk.
Dieser Vorteil bleibt bestehen. Ethereum arbeitet mit einer flexiblen Obergrenze pro Block und kann so auch umfangreiche Operationen verarbeiten, sofern der Nutzer die Kosten trägt.
Auch im Solana-Ökosystem bleibt Arbeit. Dienste, die Daten an Wallets, Handelsapps und Analyseplattformen liefern, müssen das neue Format lesen können.
Gelingt das nicht, kann bereits die Abfrage einer einzelnen Transaktion fehlschlagen, warnt die Foundation. Selbst die Abfrage eines gesamten Blocks kann scheitern, wenn darin eine einzige V1-Transaktion enthalten ist. Von einer Netzwerkstörung ist dabei nicht die Rede.
Ältere Formate funktionieren weiterhin. Kommen Datenanbieter mit ihren Updates nicht nach, sehen Nutzer Fehlermeldungen in ihrer Wallet oder im Blockexplorer, nicht aber ein instabiles Solana-Netzwerk.
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