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Die US-Börsenfutures sind uneinheitlich in die Woche gestartet, nachdem Wall Street in der Vorwoche durch die Verkaufswelle bei Chipwerten und zunehmende Spannungen im Nahen Osten unter Druck geraten war.
Die Futures auf den S&P 500 lagen leicht im Plus, die Nasdaq-100-Futures stiegen um rund 0,17 Prozent, während die Dow-Futures nahezu unverändert notierten. Der Markt versucht damit, sich vorsichtig zu stabilisieren.
Die grundlegende Unsicherheit ist damit aber nicht verschwunden.
In der vergangenen Woche verloren alle drei großen US-Indizes an Boden. Der S&P 500 gab um 1,6 Prozent nach, der Nasdaq verlor 2,9 Prozent, der Dow fiel um 0,9 Prozent.
Besonders hart traf es den Chipsektor. Der VanEck Semiconductor ETF verlor knapp 9 Prozent und verbuchte damit die dritte Verlustwoche innerhalb von vier Wochen. Das zeigt, dass die KI-Wette in eine schwierigere Phase geraten ist.

Nun stellt sich die Frage, ob dies bereits ein Einstiegszeitpunkt ist oder ob aus dem Sektor zunächst noch weitere Übertreibung entweichen muss.
Einige Analysten halten es dafür noch für zu früh. Der Rückgang ist deutlich, eine echte Panikverkäufe sind bislang aber nicht zu erkennen. Nach den massiven Zuflüssen und Rekordumsätzen bei Titeln wie Micron vor einigen Wochen könnte der Sektor daher zunächst weiter konsolidieren.
Neben dem Druck auf Chipwerte rückt auch der geopolitische Faktor wieder stärker in den Vordergrund.
Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran haben sich am Wochenende weiter verschärft. Das US-Militär griff in der neunten Nacht in Folge Ziele im Iran an, um Teherans Fähigkeit zu schwächen, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen.
Damit gerät die fragile Waffenruhe weiter unter Druck. Der Ölmarkt reagierte unmittelbar. WTI stieg um rund 3 Prozent auf mehr als 85 Dollar je Barrel, Brent legte ebenfalls um 3 Prozent auf über 91 Dollar zu.

Für den Aktienmarkt ist das relevant. Ein Ölpreis von mehr als 90 Dollar kann Inflationssorgen erneut anfachen und die Federal Reserve zu Vorsicht zwingen. Für Anleger wird es dadurch schwieriger, uneingeschränkt auf das Szenario sinkender Zinsen und lockerer Finanzierungsbedingungen zu setzen.
Damit steht der Markt erneut zwischen zwei Kräften.
Auf der einen Seite bleibt der KI-Zyklus stark genug, um das Gewinnwachstum zu stützen. Auf der anderen Seite setzen höhere Ölpreise, Zinssorgen und Zweifel an KI-Investitionen die Bewertungen unter Druck.
Das macht die aktuelle Phase schwierig. Steigt der Ölpreis weiter, kann sich das makroökonomische Umfeld rasch verschlechtern. Und fallen Chipwerte weiter, verliert der Markt einen seiner wichtigsten Taktgeber.
Besonders anfällig ist deshalb der Nasdaq.
In dieser Woche richtet sich der Blick zudem auf neue Quartalszahlen. Alphabet und Tesla berichten am Mittwoch nach Börsenschluss. Intel folgt am Donnerstag. Das sind wichtige Termine für den Markt.
Anleger wollen wissen, ob große Technologiekonzerne die hohen Erwartungen weiterhin erfüllen können. Bei Alphabet stehen vor allem KI-Investitionen, Cloud-Wachstum und Margen im Fokus. Bei Tesla geht es um Nachfrage, Margen und die Glaubwürdigkeit der breiteren KI- und Robotaxi-Story.
Intel ist besonders interessant, weil die Aktie in der vergangenen Woche wegen des Drucks auf Chipwerte bereits 13 Prozent verloren hat.
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