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Wallets, die der nordkoreanischen Lazarus-Gruppe zugerechnet werden, haben mutmaßlich gestohlene Krypto-Assets im Wert von mehr als 30 Millionen Dollar über Hyperliquid verschoben. Besonders brisant sind die Transaktionen, weil Lazarus unter US-Sanktionen steht.
Für Hyperliquid kommt die Aktivität zu einem heiklen Zeitpunkt. Die US-Regierung prüft derzeit Wege, dem Plattformanbieter einen regulierten Zugang zum US-Markt zu ermöglichen. Die Geldflüsse dürften daher auch bei amerikanischen Aufsichtsbehörden auf besonderes Interesse stoßen.
Aufgefallen waren die Transaktionen dem Blockchain-Analysten Emmett Gallic. On-Chain-Daten zeigen, dass Krypto-Assets im Wert von mehr als 30 Millionen Dollar über Hyperliquid (HYPE) transferiert wurden. Zum Einsatz kam dabei HyperUnit, ein Dienst, mit dem Vermögen zwischen verschiedenen Blockchains übertragen werden kann.
Die beteiligten Wallet-Adressen sind nicht unbekannt. Der Blockchain-Analyst ZachXBT hatte mehrere von ihnen bereits früher mit der Lazarus-Gruppe in Verbindung gebracht.
Im Mai 2024 identifizierte ZachXBT sieben Bitcoin (BTC)-Adressen, die seiner Analyse zufolge der nordkoreanischen Hackergruppe zugeordnet werden konnten. Zusammen hielten diese Wallets rund 891 BTC, damals etwa 61,8 Millionen Dollar wert.
Eine umfassendere Untersuchung von ZachXBT ergab zudem, dass gestohlene Krypto-Assets im Wert von mehr als 200 Millionen Dollar mit über 25 verschiedenen Hacks in Verbindung standen.
Bei der jüngsten Aktivität wurden vier größere Bitcoin-Beträge bewegt. Es handelte sich um einzelne Transaktionen über 244 BTC, 262 BTC, 136 BTC und 121 BTC.
Die Bitcoin-Bestände wurden anschließend in das Ökosystem von Hyperliquid geleitet. Dort wurde ein Teil des Vermögens unter anderem in Ethereum (ETH) und Solana (SOL) umgewandelt.
Danach wurden die Krypto-Assets weiter über verschiedene Blockchains verteilt, darunter Ethereum, Solana und Tron. Teile des Vermögens landeten bei Handelsplattformen wie KuCoin, LBank und Kraken. Zudem wurden Beträge an verschiedene Dienste im Tron-Netzwerk gesendet.
Durch die Verteilung über mehrere Blockchains, Coins und Handelsplattformen wird es schwieriger, den gesamten Geldfluss weiter nachzuverfolgen.
Brisant sind die Transaktionen vor allem wegen des Status von Lazarus. Die nordkoreanische Hackergruppe steht auf der Sanktionsliste des Office of Foreign Assets Control (OFAC), das zum US-Finanzministerium gehört.
US-Personen und Unternehmen dürfen deshalb nicht ohne Weiteres Transaktionen mit sanktionierten Akteuren durchführen. Die jüngsten Geldflüsse könnten daher Fragen dazu aufwerfen, wie Krypto-Plattformen Wallets erkennen und blockieren, die mit Lazarus in Verbindung gebracht werden.
Für Hyperliquid ist das gerade jetzt von besonderer Bedeutung. Donald Trump sagte kürzlich, CFTC-Chef Michael Selig arbeite an Möglichkeiten, Hyperliquid auf reguliertem Weg auf den US-Markt zu bringen.
Trump sagte dazu:
Mike arbeite daran, Hyperliquid vollständig rechtskonform auf den US-Markt zu bringen.
Eine Expansion in die USA würde bedeuten, dass Hyperliquid deutlich stärker mit amerikanischen Vorgaben und Sanktionsregeln in Berührung kommt. Die Aktivität von Wallets, die Lazarus zugerechnet werden, könnte dadurch zusätzliche Aufmerksamkeit der Aufseher auf sich ziehen.
Bislang scheint die Angelegenheit kaum Einfluss auf den HYPE-Kurs zu haben. Der Coin von Hyperliquid notierte bei rund 83,12 Dollar und hat in den vergangenen vier Wochen um fast 60 Prozent zugelegt.
Ob die Transaktionen letztlich Folgen für Hyperliquid haben werden, ist noch offen. Eine mögliche Reaktion amerikanischer Aufsichtsbehörden oder beteiligter Handelsplattformen könnte daran etwas ändern.
Der Fall steht zudem nicht für sich. Krypto-Plattformen sehen sich weltweit immer häufiger mit strengeren Maßnahmen gegen Geldflüsse konfrontiert, die mit sanktionierten Akteuren in Verbindung stehen.
Binance kündigte kürzlich etwa an, Transaktionen über 16 Handels- und Zahlungsplattformen schrittweise einzuschränken. Die Maßnahme folgte auf US-Sanktionen gegen Dienste, die mit Iran und Russland in Verbindung gebracht werden.
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