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Heute Abend um 20.00 Uhr deutscher Zeit gibt die US-Notenbank ihre Zinsentscheidung bekannt. Für Anleger in Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen ist das einer der wichtigsten makroökonomischen Termine des Monats.
Obwohl die meisten Ökonomen mit unveränderten Zinsen rechnen, ist der Ausgang ungewöhnlich offen. Gerade diese Unsicherheit kann am Kryptomarkt für deutliche Ausschläge sorgen.
Eine halbe Stunde später, um 20.30 Uhr, tritt Fed-Chef Kevin Warsh zu seiner Pressekonferenz vor die Medien. Nicht nur die Zinsentscheidung selbst, sondern vor allem seine Erläuterungen könnten die Richtung an den Finanzmärkten vorgeben. Aktien, Anleihen und Kryptowährungen reagieren häufig empfindlich auf den Ton der Fed, wodurch auch der Bitcoin-Kurs deutlich in Bewegung geraten kann.
Normalerweise ist der Ausgang einer Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) am Markt bereits lange im Voraus eingepreist. Diesmal ist das anders.
Laut dem FedWatch Tool der CME schätzen Anleger die Wahrscheinlichkeit einer unerwarteten Zinserhöhung auf rund ein Drittel bis knapp 40 Prozent. Das ist außergewöhnlich hoch. Seit der Corona-Pandemie waren die Erwartungen vor einer Fed-Sitzung nahezu immer einheitlich.

Die Unsicherheit hängt vor allem damit zusammen, dass Fed-Chef Kevin Warsh sich von der sogenannten Forward Guidance verabschiedet hat. Während sein Vorgänger Jerome Powell die Märkte häufig im Voraus auf künftige Zinsentscheidungen vorbereitete, will Warsh sich mehr Spielraum lassen, um auf neue wirtschaftliche Entwicklungen zu reagieren. Dadurch können Anleger schwerer einschätzen, womit sie rechnen müssen.
Dennoch gehen die meisten Ökonomen weiterhin von einem unveränderten Leitzins von 3,50 bis 3,75 Prozent aus. Die jüngsten Inflationsdaten fielen etwas niedriger aus als erwartet, zudem zeigt der US-Arbeitsmarkt Anzeichen einer Abkühlung. Nach Einschätzung vieler Analysten verschafft das der Fed Spielraum, vorerst abzuwarten.
Für den Kryptomarkt geht es heute Abend nicht nur um den Zinssatz selbst, sondern vor allem um die Botschaft von Warsh.
Bleibt der Leitzins unverändert und äußert sich der Fed-Chef vergleichsweise gelassen zur Inflation, könnte das riskanten Anlagen wie Bitcoin Rückenwind geben. Viele Anleger scheinen sich in den vergangenen Tagen bereits defensiv positioniert zu haben. So fiel der Bitcoin-Kurs am Dienstag noch um mehrere Tausend Dollar, bevor ein Teil der Verluste wieder aufgeholt wurde.
Schlägt Warsh dagegen einen restriktiveren Ton an und warnt vor anhaltenden Inflationsrisiken oder künftigen Zinserhöhungen, könnte der Markt erneut unter Druck geraten. Eine überraschende Zinserhöhung wäre für Krypto wohl das negativste Szenario. Höhere Zinsen machen den Dollar attraktiver und führen häufig dazu, dass Anleger weniger Risiko eingehen.
Zudem werden Anleger auf mögliche Hinweise zur Sitzung im September achten. Weil Warsh bewusst weniger weit nach vorn blickt als seine Vorgänger, kann jede Äußerung zu Inflation, Wirtschaftswachstum oder künftigen geldpolitischen Entscheidungen besonders stark ins Gewicht fallen.
Heute Abend um 20.00 Uhr wird zunächst die Zinsentscheidung veröffentlicht. Um 20.30 Uhr folgt die Pressekonferenz von Warsh. Vor allem sie könnte bestimmen, wie der Bitcoin-Kurs und der breitere Kryptomarkt im weiteren Wochenverlauf reagieren.
Der Dollar bleibt stark, weil Anleger in einer entscheidenden Börsenwoche zunehmend mit einer Zinserhöhung der Fed rechnen.
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