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Die Europäische Union hat ein neues Sanktionspaket gegen Russland beschlossen, das erneut auch die Kryptobranche trifft. Elf Kryptoplattformen werden auf die Sanktionsliste gesetzt, ebenso 94 russische Banken und die Moskauer Börse. Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen bleiben zwar legal, doch der Zugang zu internationalen Kryptodiensten wird für viele russische Nutzer weiter eingeschränkt.
Mit dem 21. Sanktionspaket will die EU verhindern, dass Russland Kryptowährungen weiter nutzt, um internationale Finanzbeschränkungen zu umgehen. Brüssel nimmt dabei diesmal nicht nur russische Akteure ins Visier, sondern auch Kryptoplattformen außerhalb Russlands, die nach Einschätzung der EU an der Abwicklung entsprechender Transaktionen beteiligt sind.
Die Europäische Union passt ihre Strategie zunehmend an. Frühere Sanktionsrunden richteten sich gegen einzelne Kryptounternehmen, doch aus Sicht Brüssels reichte das nicht aus. Wurde eine Plattform geschlossen, tauchten häufig rasch neue Alternativen auf.
Ein bekanntes Beispiel ist die Kryptobörse Garantex. Die Vereinigten Staaten setzten die Plattform bereits 2022 auf die Sanktionsliste. Die Europäische Union folgte Anfang 2025. Nachdem Behörden im März die Website beschlagnahmt und Guthaben von mehr als 26 Millionen Dollar eingefroren hatten, erschien nahezu unmittelbar ein Nachfolger unter dem Namen Grinex.
Nach Angaben des Blockchain-Analyseunternehmens Elliptic zeigt das, wie schnell sich die Branche anpasst. Das Unternehmen verwies bereits auf den an den russischen Rubel gekoppelten Stablecoin A7A5, über den innerhalb eines Jahres Transaktionen von mehr als 100 Milliarden Dollar abgewickelt worden sein sollen.
Das neue Sanktionspaket geht deshalb einen Schritt weiter. Erstmals erhält die EU die Möglichkeit, Kryptodienste in ganzen Ländern außerhalb Europas zu verbieten, wenn diese nach Einschätzung Brüssels zur Umgehung von Sanktionen genutzt werden.
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnet die Maßnahmen als Angriff auf das Finanzsystem Russlands. Die Sanktionen sollen nach ihren Worten die Geldströme begrenzen, die die russische Kriegswirtschaft stützen.
Für Besitzer von Bitcoin und anderen Kryptowährungen ändert sich zunächst wenig. Das Halten von Kryptowährungen bleibt erlaubt, Guthaben in eigenen Wallets bleiben verfügbar.
Die größten Folgen sehen Experten beim Zugang zu Handelsplattformen. Große Kryptobörsen, die unter die europäische MiCA-Regulierung fallen, prüfen immer strenger, woher Gelder stammen, und sperren Konten, die mit sanktionierten Akteuren in Verbindung gebracht werden.
Das ist nach Einschätzung russischer Marktkenner bereits sichtbar. Konten wurden eingefroren, nachdem Einzahlungen auf sanktionierte Stablecoins wie A7A5 zurückgeführt werden konnten. Erwartet wird, dass Transaktionen teurer werden, länger dauern und einige Kryptowährungen von internationalen Börsen verschwinden.
Nikolai Zagvozdkin, Direktor für Krypto-Produktentwicklung bei RBC, erwartet, dass die Folgen vor allem gewöhnliche Nutzer treffen werden.
„Krypto-Transaktionen werden teurer, langsamer und weniger transparent.“
Russland versucht unterdessen, ein alternatives Finanzsystem aufzubauen. Das Land erlaubt Kryptowährungen inzwischen für den internationalen Handel und arbeitet auf Grundlage neuer Gesetze an regulierten Kryptobörsen.
Nach Einschätzung von Alexey Zyuzin, CEO des Institute for the Development of the Crypto Industry, könnte dadurch am Ende eine Zweiteilung entstehen. Auf der einen Seite bildet sich ein heimischer Kryptomarkt heraus, der vollständig unter Aufsicht der russischen Behörden steht. Auf der anderen Seite bleibt ein internationaler Markt bestehen, in dem Sanktionen und technologische Risiken weiterhin eine große Rolle spielen.
Wie wirksam die neuen Sanktionen letztlich sein werden, hängt nach Einschätzung mehrerer Experten vor allem davon ab, wie weit die Europäische Union den Begriff „Krypto-Betreiber“ auslegt und inwieweit sich die Maßnahmen weltweit durchsetzen lassen.
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