Die europäischen Finanzminister haben am Freitag eine Einigung über die Einführung von Grenzen für die Menge an digitalem Euro erzielt, die eine Person halten darf. Damit rückt die Europäische Union näher an die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung heran.
Die Entscheidung wurde während einer Pressekonferenz der Eurogruppe nach dem Treffen des Rates für Wirtschaft und Finanzen in Kopenhagen bekannt gegeben. Beamte erklärten, dass eine Einigung über die Verfahren bezüglich der Haltegrenzen und des Ausgabeprozesses des digitalen Euro erreicht wurde.
Haltegrenzen in Diskussion
Über die genaue Höhe der Grenzen ist jedoch noch nichts offiziell festgelegt. Es wurde jedoch vereinbart, wie diese in Zukunft bestimmt werden sollen. Die Diskussion knüpft an Bedenken an, die zuvor im Vereinigten Königreich aufkamen, wo Interessenverbände die Zentralbank aufforderten, von ähnlichen Beschränkungen bei Stablecoins abzusehen.
In der EU sind die Grenzen ebenfalls heikel. Im Fortschrittsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Jahr 2024 zeigte sich, dass es zwischen der EZB und den nationalen Zentralbanken Uneinigkeit über die genaue Ausgestaltung dieser Regeln gibt.
Digitaler Euro versus Stablecoins
Trotz des weltweiten Vormarsches von Stablecoins setzt die EU entschlossen auf den digitalen Euro. Anfang dieses Monats wiederholte die EZB ihr Streben nach Einführung, was jedoch bei einigen Mitgliedstaaten aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre und möglichen Schäden für kommerzielle Banken auf Widerstand stieß.
EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone betonte, dass der digitale Euro Bürgern die Möglichkeit geben muss, jederzeit und überall mit einem kostenlosen und universellen Zahlungsmittel zu bezahlen. Laut ihm wird die EZB keinen Einblick in die Daten der Nutzer erhalten und die Währung wird auch offline funktionieren, mit demselben Grad an Datenschutz wie Bargeld.
Strategische Wahl für Europa
Die Diskussion über den digitalen Euro besteht bereits seit Jahren, erhält jedoch jetzt zusätzliche Dringlichkeit durch Entwicklungen in den Vereinigten Staaten. Dort drängt die Regierung Trump auf neue Regelungen rund um Stablecoins, was den Druck auf die EU erhöht, mit einer eigenen Alternative zu kommen.
EZB-Berater Jürgen Schaaf bezeichnete den digitalen Euro als strategisches Mittel, um das schnelle Wachstum von auf Dollar basierenden Stablecoins einzudämmen. Auch Fabio Panetta, ehemaliger EZB-Beamter und Gouverneur der Bank von Italien, stellte fest, dass Regelungen allein nicht ausreichen. Laut ihm ist der digitale Euro notwendig, um finanzielle Risiken und Instabilität zu begrenzen.
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