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Der Hersteller Coinkite hat die Sicherheit seiner Coldcard-Wallets deutlich erhöht, nachdem bei einem Angriff Bitcoin (BTC) im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar gestohlen worden waren. Wegen eines alten Fehlers ließen sich einige Seed-Phrases deutlich leichter knacken als gedacht.

Die Maßnahme ist ungewöhnlich. Wer eine neue Coldcard-Wallet einrichtet, muss künftig selbst zusätzliche Zufallsdaten beisteuern. Das geht etwa durch 50-maliges Würfeln oder 128-maliges Werfen von Kopf oder Zahl.

Alter Fehler machte Bitcoin-Wallets anfällig

Eine Seed-Phrase besteht aus Wörtern, mit denen sich eine Krypto-Wallet wiederherstellen lässt. Wer diese Wörter herausfindet, kann grundsätzlich auch auf die Bitcoin in der Wallet zugreifen. Deshalb müssen sie vollständig zufällig erzeugt werden.

Genau dort lag bei einigen Coldcard-Wallets das Problem. Laut TRM Labs enthielt die Firmware seit März 2021 einen Fehler, durch den bestimmte Seed-Phrases deutlich weniger zufällig waren als vorgesehen.

In einzelnen Fällen soll das effektive Sicherheitsniveau von 128 auf nur 40 Bit gefallen sein. Für Angreifer war das ein erheblicher Unterschied. Sie mussten deutlich weniger mögliche Kombinationen testen, um den richtigen privaten Schlüssel zu finden.

Physischer Zugriff auf die Hardware-Wallet war der Untersuchung zufolge nicht erforderlich.

Der Schaden war erheblich. Galaxy Research meldete am 14. August, inzwischen seien 1.778 BTC als gestohlen bestätigt worden. Diese Coins waren damals rund 112 Millionen Dollar wert.

Nutzer müssen selbst für zusätzliche Zufallsdaten sorgen

Mit dem jüngsten Update will Coinkite verhindern, dass ein einzelnes technisches Problem erneut derart gravierende Folgen hat.

Beim Erstellen einer neuen Seed-Phrase müssen Nutzer mindestens 65 zufällige Tasten drücken, 50-mal mit einem sechsseitigen Würfel würfeln oder 128-mal Kopf oder Zahl werfen. Coldcard kombiniert diese Eingaben anschließend mit den Zufallsdaten, die das Gerät selbst erzeugt.

Für möglicherweise betroffene Wallets reicht ein Firmware-Update allein nicht aus. Eine bestehende Seed-Phrase ändert sich durch ein Update nämlich nicht. Wer möglicherweise eine anfällige Seed-Phrase nutzt, muss deshalb eine neue erstellen und seine Bitcoin in die neue Wallet übertragen.

Coldcard erhöht Sicherheitsniveau weiter

Coinkite schließt zugleich weitere potenzielle Schwachstellen. So überprüft Coldcard eine Bitcoin-Transaktion künftig unmittelbar vor der Signatur ein weiteres Mal. Damit soll verhindert werden, dass Schadsoftware eine Transaktion unbemerkt verändert, nachdem der Nutzer sie geprüft hat.

Auch USB-Verbindungen und der interne Zufallszahlengenerator erhalten zusätzliche Sicherheitsprüfungen.

Die auffälligste Änderung betrifft jedoch die Nutzer selbst. Ein paar Minuten Tasten drücken, Würfeln oder Kopf-oder-Zahl-Würfe sollen verhindern, dass ein technischer Fehler erneut ausreicht, um den Schlüssel zu einer Bitcoin-Wallet berechenbar zu machen.

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