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Chipaktien haben sich am Dienstag deutlich von der Verkaufswelle der Vorwoche erholt. Unternehmen wie Micron Technology, Sandisk, SK Hynix und Western Digital legten um mehr als zehn Prozent zu.

Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet der Aufstieg günstiger chinesischer KI-Modelle, der zuvor für Verunsicherung gesorgt hatte, nun als wichtiger Grund für den Optimismus gilt.

Chinesische KI gilt nicht als Bedrohung, sondern als Chance

In der vergangenen Woche waren Chipaktien noch deutlich unter Druck geraten, nachdem der chinesische KI-Entwickler Moonshot AI sein Open-Source-Modell Kimi K3 vorgestellt hatte. Das Modell erreicht in einigen Bereichen ein Niveau, das mit den führenden US-Systemen vergleichbar ist, während die Entwicklungskosten deutlich niedriger ausfallen.

Das warf die Frage auf, ob große US-Technologiekonzerne möglicherweise zu viel Geld in teure KI-Infrastruktur stecken.

Nach Einschätzung mehrerer Analysten ist diese Sorge jedoch überzogen. Nancy Tengler, Chefin von Laffer Tengler Investments, verweist auf die Panik um DeepSeek zu Beginn des Jahres. Auch damals gerieten Chipaktien kurzfristig stark unter Druck, bevor Anleger, die eingestiegen waren, später belohnt wurden.

Am Dienstag erholten sich die Kurse entsprechend kräftig. Micron gewann mehr als zwölf Prozent, Sandisk stieg um über vierzehn Prozent, und auch SK Hynix, Seagate und Western Digital verbuchten zweistellige Kursgewinne.

Mehr KI erhöht den Bedarf an Speicherchips

Nach Ansicht des Bank-of-America-Analysten Vivek Arya ändert der Aufstieg von Open-Source-KI wenig an der grundlegenden Nachfrage nach Speicherchips. Im Gegenteil: Er rechnet sogar mit weiter steigendem Bedarf.

Zwar gelingt es chinesischen Entwicklern, ihre Modelle effizienter zu machen. Dennoch benötigen sie enorme Speicherkapazitäten. Kimi K3 verfügt etwa über 2,8 Billionen Parameter, von denen rund 50 Milliarden gleichzeitig aktiv sind. Gerade diese Größe macht leistungsfähige Speicherchips weiterhin unverzichtbar.

Hinzu kommt Arya zufolge ein weiterer wichtiger Vorteil von Open-Source-KI. Jedes Mal, wenn ein Entwickler ein solches Modell herunterlädt und lokal ausführt, entsteht zusätzliche Nachfrage nach Speicherhardware. Bei geschlossenen KI-Modellen findet die gesamte Verarbeitung zentral in Rechenzentren statt, wodurch dieser Zusatzbedarf deutlich begrenzter bleibt.

Anleger sehen wieder Spielraum für weitere Gewinne

Auch andere Marktexperten bleiben für die Branche optimistisch. Brian Mulberry von Zacks Investment Management erklärt, die Bewertungen vieler Chipunternehmen seien nach der jüngsten Korrektur wieder attraktiver geworden. Zudem stärken solide Quartalszahlen von Unternehmen außerhalb des Technologiesektors das Vertrauen in das Gewinnwachstum der Chiphersteller.

Portfoliomanager Hendi Susanto von Gabelli Funds erwartet außerdem, dass die Nachfrage nach Speicherchips auch im kommenden Jahr über dem Angebot liegen wird. Das dürfte die Preise stützen und die Profitabilität von Unternehmen wie Micron weiter stärken.

Auch der breitere Halbleitersektor profitierte von der Erholung. Der PHLX Semiconductor Index schloss am Dienstag mehr als fünf Prozent im Plus und verzeichnete damit seinen stärksten Handelstag seit über einem Monat.

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