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Der chinesische Aktienmarkt steuert auf den schlechtesten Monat seit zehn Jahren zu. Der CSI-300-Index gab am Donnerstag erneut nach, nachdem chinesische Technologiewerte in den weltweiten Ausverkauf rund um KI hineingezogen worden waren.
Im laufenden Monat liegt der Index inzwischen 8,6 Prozent im Minus. Das wäre der größte Monatsverlust seit Januar 2016.

Besonders hart traf es Unternehmen, die als Zulieferer des KI-Booms gelten. Dazu zählen Hersteller von Komponenten, optischen Verbindungen, Chips und weiterer Infrastruktur für Rechenzentren. Der sogenannte „Picks and Shovels“-Trade, der in diesem Jahr zuvor stark zugelegt hatte, wird nun auf breiter Front verkauft.
Der chinesische CSI-AI-Index schloss am Donnerstag 5,8 Prozent tiefer. Damit folgt China der Entwicklung an anderen asiatischen Börsen. In Südkorea verlor der Kospi seit Mitte Juni fast 40 Prozent, vor allem wegen deutlicher Rückgänge bei Samsung Electronics und SK Hynix.
Der Grund liegt auf der Hand. Anleger prüfen die enormen KI-Ausgaben der großen US-Technologiekonzerne inzwischen deutlich kritischer. Dem Markt reicht es nicht mehr, dass Unternehmen höhere Investitionen in Chips, Rechenzentren und KI-Infrastruktur ankündigen. Gefordert sind Belege dafür, dass diese Ausgaben auch zu Umsatz, Margen und freien Cashflows führen.
Entstehen solche Zweifel in den USA, trifft das unmittelbar die asiatische Zulieferkette.
Der Rückgang fällt auch deshalb besonders auf, weil in China am Montag noch Euphorie herrschte. Damals stieg CXMT, einer der wichtigsten chinesischen Hersteller von Speicherchips, am ersten Handelstag um 466 Prozent. Der Börsengang galt als Symbol für Chinas Ambition, die Abhängigkeit von Samsung, SK Hynix und Micron zu verringern.
Doch die Euphorie hielt nicht lange an. Am Donnerstag verloren drei große chinesische KI-Werte, Innolight, Eoptolink und Cambricon Technologies, zusammen rund 34 Milliarden Dollar an Börsenwert. Auch Innolight, das eine Zweitnotierung in Hongkong erhielt, gab am ersten Handelstag deutlich nach.
Laut der Financial Times kaufte die chinesische Regierung im Vorfeld des CXMT-Börsengangs am Markt zu. Damit sollten die Indizes gestützt werden, während andere asiatische KI-Aktien bereits unter Druck gerieten.
Doch selbst staatliche Unterstützung kann den Verkaufsdruck nicht vollständig auffangen, wenn Anleger weltweit Risiken reduzieren.
Chinesische KI-Aktien bewegen sich inzwischen stark im Gleichlauf mit dem globalen KI-Trade. Damit reagiert China nicht mehr nur auf innenpolitische Stützungsmaßnahmen, sondern auch auf die Frage, ob Wall Street weiterhin Vertrauen in den KI-Zyklus hat.
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