Chinesische KI-Modelle liegen etwa sechs Monate hinter den Modellen aus den Vereinigten Staaten zurück, aber laut Kai-Fu Lee (ehemaliger Google-Chef in China) muss das nicht mehr lange so bleiben.
Die weniger fortgeschrittenen chinesischen Modelle liegen etwa 15 Monate hinter der amerikanischen Konkurrenz zurück, aber führende große Sprachmodelle (LLMs) chinesischer Unternehmen etwa sechs bis neun Monate, behauptet Kai-Fu Lee während des AVCJ Private Equity Forums in China.
China wird die USA einholen
China liegt derzeit zwar noch zurück, aber laut Lee ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Land die USA überholt. Die Kosten für das Training von KI-Modellen sind in den letzten Monaten in China deutlich gesunken.
Lee wagt sogar die Prognose, dass China bereits im nächsten Jahr bei der Entwicklung von KI-Anwendungen vor den USA liegen wird. Allerdings kann er noch nicht sagen, ob diese Anwendungen von großen oder kleinen Unternehmen entwickelt werden.
Es könnte fünf bis acht Jahre dauern, bis KI das Niveau erreicht, auf dem sie von allen genutzt werden sollte (und vermutlich auch muss). Laut Lee benötigt die KI-Technologie völlig neue Geräte. Die aktuellen Smartphones seien seiner Meinung nach nicht leistungsfähig genug, um effektiv mit KI zu arbeiten.
„Das richtige Telefon muss immer eingeschaltet und immer am Zuhören sein“, lauten die doch etwas beängstigenden Worte von Lee.

Lee machte diese Aussagen, nachdem im Juli die „Friend“-Kette auf den Markt kam. Dieses Gerät wird als ein virtueller Begleiter vermarktet, der immer zuhört. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Menschen tatsächlich darauf warten.
Die Techbranche stürzt sich auf KI
Ähnlich wie in den Vereinigten Staaten sehen wir auch in China, dass große Namen der Tech-Industrie sich auf Künstliche Intelligenz stürzen. Es scheint fast so, als ob Unternehmen nicht mehr dazugehören, wenn sie keine eigenen KI-Modelle besitzen.
So haben Alibaba und Tencent, zwei große Namen in China, bereits mehrere Versionen ihrer hauseigenen Modelle und Anwendungen auf den Markt gebracht. Darüber hinaus haben sie bereits Milliarden von Dollar in kleinere KI-Startups investiert.
Tencent enthüllte beispielsweise im September letzten Jahres sein eigenes großes Sprachmodell (LLM), ähnlich wie ChatGPT, mit dem Namen „Hunyuan“. Seitdem wurde Hunyuan in das Ökosystem des Unternehmens integriert und wird unter anderem in den Bereichen Cloud-Computing, Marketing und Gaming eingesetzt.
Für den Moment können wir sagen, dass KI beeindruckende Dinge erreicht, aber die Gesellschaft noch nicht grundlegend verändert hat, wie es das Internet getan hat. Doch was nicht ist, kann noch kommen.
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