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Die Kryptobörse Bybit hat ihre Sicherheitsarchitektur im vergangenen Jahr nach dem bislang größten Kryptodiebstahl erheblich verschärft. Bei dem Angriff wurden Ethereum (ETH) und zugehörige Tokens im Wert von 1,46 Milliarden Dollar entwendet. Seitdem setzt die Börse verstärkt auf künstliche Intelligenz (KI), um neue Angriffe frühzeitig abzuwehren.
Zwischen dem 1. Januar und dem 15. Juni fing das System von Bybit mehr als 30.000 verdächtige Auszahlungsanträge ab. Nach Angaben der Börse wurden dadurch fast 20.000 Nutzer vor möglichen Verlusten geschützt.
Bybit beziffert den potenziellen Schaden auf mehr als 700 Millionen Dollar. Das bedeutet allerdings nicht, dass dieser Betrag ohne Eingreifen tatsächlich gestohlen worden wäre. Es handelt sich um Auszahlungen, die vom System als verdächtig eingestuft und anschließend blockiert wurden.
Zudem brachte die KI rund 212 Millionen Dollar mit möglichem Betrug in Verbindung. Mehr als 10.000 Adressen landeten auf einer Sperrliste. Die Zahlen stammen von Bybit und konnten nicht unabhängig überprüft werden.
KI kommt auch zum Einsatz, um Schwachstellen in den Systemen der Börse aufzuspüren. Ein automatisiertes Sicherheitssystem untersuchte 1.489 öffentlich zugängliche Komponenten und fand mehr als hundert schwerwiegende Schwachstellen.
Nach Angaben von Bybit erkennt die Technologie schwere Sicherheitsprobleme bis zu fünfmal häufiger als manuelle Kontrollen. Auch der Ablauf ist deutlich schneller geworden. Während die Prüfung und das Testen eines Systems zuvor rund zwei Wochen dauern konnten, geschieht dies in einzelnen Fällen innerhalb von zwei Stunden.
Die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen sind eine Reaktion auf einen massiven Hack im Februar 2025. Bybit verlor damals Kryptowährungen im Wert von rund 1,46 Milliarden Dollar. Der Angriff wurde der nordkoreanischen Lazarus Group zugeschrieben und gilt als größter Kryptodiebstahl der Geschichte.
Die Sorge um die Sicherheit kommt nicht von ungefähr. In den vergangenen Monaten gingen bei Angriffen auf Kelp DAO und Drift Protocol Kryptowährungen im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar verloren. Auch eine Schwachstelle in der Hardware-Wallet Coldcard führte kürzlich zum Diebstahl von Bitcoin (BTC) im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar.
In der Kryptobranche wächst das Interesse an KI, um Sicherheitslücken schneller zu erkennen. Gleichzeitig können Hacker dieselbe Technologie nutzen, um Schwachstellen zu finden und Angriffe vorzubereiten.
Dutzende Kryptounternehmen, darunter Coinbase und Block, forderten KI-Entwickler deshalb vergangene Woche auf, Sicherheitsforschern Zugang zu den leistungsfähigsten KI-Modellen zu geben. So wollen sie verhindern, dass Hacker technologisch einen Vorsprung erhalten.
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