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Unter der Oberfläche des Kryptomarkts baut sich Spannung auf. Die Volatilität von Bitcoin (BTC) ist so stark gesunken, dass ein bekannter Indikator Alarm schlägt.
In den vergangenen Monaten war das selten ein gutes Zeichen. Immer wenn die Ruhe derart trügerisch wurde, folgten Unruhe an den Märkten und fallende Kurse.
Die Warnung kommt vom BVIV, einem Index, der die erwartete Bitcoin-Volatilität für die kommenden 30 Tage misst. Er gilt als Krypto-Pendant zum VIX, dem bekannten Angstbarometer der Wall Street.
Dahinter steht die Nachfrage nach Optionen. Dabei handelt es sich um Kontrakte, mit denen Händler sich gegen plötzliche Kursschwankungen absichern. Eine schwache Nachfrage drückt den Index nach unten – genau das ist derzeit der Fall.
Der BVIV bewegt sich zwischen 34 und 38 Prozent. Das wirkt harmlos, doch gerade diese Spanne ging in den vergangenen Jahren regelmäßig einem Sprung der Volatilität voraus. In der Fachsprache wird ein solches Szenario als „Volmageddon“ bezeichnet: ein plötzlicher Ausbruch starker Bewegungen, meist begleitet von fallenden Kursen.
Die Historie liefert wenig Anlass zur Entwarnung. Ende Mai näherte sich der Index derselben Zone. Danach fiel Bitcoin innerhalb von weniger als einer Woche um mehr als 20 Prozent – von 74.000 Dollar auf unter 60.000 Dollar.
Ein ähnliches Muster zeigte sich kurz vor dem Crash Anfang Februar und während der Korrektur nach dem Rekordhoch im Oktober.
Volatilität kehrt zudem häufig zu ihrem Mittelwert zurück. Auf ruhige Phasen folgt meist Unruhe, auf extreme Ausschläge wiederum Beruhigung. Der BVIV liegt derzeit unter dem Durchschnitt der vergangenen 30 und 200 Tage. Von einem so niedrigen Niveau aus ist der Spielraum nach oben deutlich größer als nach unten – oft der Auftakt zu neuer Turbulenz.
Außerhalb des Kryptomarkts ist von Panik wenig zu spüren. Der VIX an der Wall Street stieg am Freitag zwar um gut 12 Prozent auf 18 Prozent, bleibt damit aber vergleichsweise niedrig. Der südkoreanische KOSPI VIX notiert über 70 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit den neunziger Jahren, allerdings hält diese Entwicklung bereits seit Monaten an.
Auch der MOVE-Index, der die Schwankungsbreite von US-Staatsanleihen misst, bewegt sich seit April stabil um die Marke von 70 Prozent. Für riskante Anlageklassen wie Kryptowährungen ist das eher ein beruhigendes Signal.
Der Bitcoin-Kurs selbst ist auf den höchsten Stand seit mehr als einem Monat ausgebrochen. Seit dem Tief vom 1. Juli hat er bereits um rund 15 Prozent zugelegt, und weiteres Potenzial scheint vorhanden. Knapp oberhalb von 70.000 Dollar verlaufen der 200-Tage-Durchschnitt und eine abwärtsgerichtete Trendlinie, die für Widerstand sorgen könnten.

Sollte sich die Geschichte wiederholen, könnte Bitcoin noch einen letzten Rückschlag erleiden und anschließend im September oder Oktober einen Boden ausbilden. Bislang erinnert der Kursverlauf jedenfalls auffällig stark an den vorherigen Krypto-Winter von 2022.
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