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Wenn man sich den aktuellen Bitcoin (BTC) Kurs anschaut, wird man nicht gerade optimistisch. Innerhalb weniger Monate hat die größte Kryptowährung mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.
Wer jedoch weiter herauszoomt, erkennt, dass solche Einbrüche im großen Ganzen kaum ins Gewicht fallen. Laut Matt Hougan von Bitwise ändert dies nichts am langfristigen Bild. Er glaubt, dass der Coin in Zukunft eine Million Dollar wert sein könnte und erklärt, was dafür nötig wäre.
„Das Entscheidende, das Menschen über Bitcoin übersehen.“
Mit diesen Worten beginnt Hougan, Chief Investment Officer des Vermögensverwalters Bitwise, seine neue Analyse zur Zukunft von Bitcoin. Seiner Meinung nach machen viele Investoren einen einfachen Fehler, wenn sie versuchen, den potenziellen Wert von Bitcoin zu bestimmen.
Sie betrachten nur den aktuellen Markt und vergessen, dass der Markt für Wertspeicher selbst immer größer wird.
Ein Wertspeicher ist ein Asset, das dazu gedacht ist, Kaufkraft über längere Zeit zu erhalten und somit zu verhindern, dass Kapital durch Inflation aufgezehrt wird.
Gold ist das bekannteste Beispiel dafür. Seit Jahrtausenden parken Menschen ihr Vermögen im Edelmetall, weil es knapp und weltweit anerkannt ist. Hougan sieht Bitcoin als „aufstrebenden“ Wertspeicher. Es ist knapp und bietet die Möglichkeit, Vermögen außerhalb des traditionellen Fiat- und Bankensystems zu speichern.
Derzeit ist der globale Markt für Wertspeicher etwa 38 Billionen Dollar groß, schreibt Hougan. Der größte Teil davon entfällt auf Gold mit einem Gesamtwert von rund 36 Billionen Dollar.
Bitcoin repräsentiert derzeit etwa 1,4 Billionen Dollar dieses Marktes. Das bedeutet, dass die digitale Währung weniger als 4 Prozent des gesamten Wertaufbewahrungsmarktes ausmacht.
Wenn die Größenordnung dieses Marktes heute konstant bliebe, müsste Bitcoin mehr als 50 Prozent Marktanteil erobern, um einen Preis von 1 Million Dollar pro Coin zu erreichen. Das erscheint vielen Investoren unrealistisch.
Aber der Markt für Wertspeicher steht keineswegs still. In den letzten zwanzig Jahren ist er enorm gewachsen, und Hougan geht davon aus, dass er mit zunehmenden Bedenken hinsichtlich der Entwertung von Fiat-Währungen weiter wachsen wird.
Als 2004 der erste Goldfonds in den Vereinigten Staaten aufgelegt wurde, hatte der gesamte Goldmarkt einen Wert von etwa 2,5 Billionen Dollar.
Seitdem ist dieser Markt auf fast 40 Billionen Dollar gewachsen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von etwa 13 Prozent.
Laut Hougan wird dieses Wachstum von Faktoren wie steigenden Staatsschulden, geopolitischen Spannungen und einer lockeren Geldpolitik der Zentralbanken angetrieben.
Wenn sich dieses Tempo fortsetzt, könnte der weltweite Markt für Wertspeicher innerhalb von zehn Jahren auf etwa 121 Billionen Dollar anwachsen.
In diesem Szenario müsste Bitcoin nur etwa 17 Prozent des Marktes erobern, um einen Preis von einer Million Dollar pro Coin zu erreichen.
Dem Topmanager zufolge gibt es mittlerweile klare Anzeichen dafür, dass Bitcoin an Boden gewinnt.
Vor einigen Jahren gab es noch keine US-amerikanischen Spot-ETFs für Bitcoin und institutionelle Anleger hielten sich weitgehend zurück. Mittlerweile gehören diese Fonds zu den am schnellsten wachsenden ETF-Starts überhaupt.
Darüber hinaus haben große Akteure wie das Harvard-Stiftungsvermögen und Staatsfonds von Abu Dhabi inzwischen Bitcoin-Engagements.
Auch die Volatilität von Bitcoin, also das Ausmaß der Preisschwankungen, hat laut Hougan langfristig abgenommen. Daher erwägen einige professionelle Anleger, ihre Allokation von etwa 1 Prozent auf 5 Prozent ihres Portfolios zu erhöhen.
Dennoch erkennt Hougan an, dass es auch Risiken gibt. Der Markt für Wertspeicher könnte langsamer wachsen als in der Vergangenheit, und Bitcoin muss tatsächlich Marktanteile von Gold gewinnen.
Seiner Meinung nach könnte es jedoch auch anders kommen. So hat Bitcoin einen festen Höchstbestand von 21 Millionen Coins, während bei Gold durch den Bergbau immer neues Angebot hinzukommen kann. Darüber hinaus ist Bitcoin vollständig digital und daher weltweit leichter zu transportieren und zu lagern.
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