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Ein erheblicher Teil der nervösen Anleger am Bitcoin-Markt (BTC) liegt heute seit einem Monat im Plus. So lange hielt diese Phase in diesem Jahr bislang noch nicht an.
Das ist wichtiger, als es zunächst klingt, denn diese Anleger verkaufen oft schon beim ersten Rückschlag. Solange sie im Plus liegen, fällt eine große Quelle von Verkaufsdruck auf den Bitcoin-Kurs weg.
Gemeint sind die sogenannten Short-Term Holder (STH), also Bitcoin-Bestände, deren letzte Bewegung weniger als sechs Monate zurückliegt. Laut Daten der Analyseplattform CryptoQuant liegt ein Teil dieser Coins seit dem 16. August ununterbrochen im Gewinn.
Die Coins im Plus haben zusammen einen Wert von rund 168 Milliarden Dollar. Weitere etwa 103 Milliarden Dollar liegen noch im Minus.

CryptoQuant hält dabei weniger das Verhältnis für entscheidend als die Dauer. Nach Angaben der Plattform bleibt diese Anlegergruppe erstmals seit dem Hoch im Oktober vergangenen Jahres so lange im Gewinn.
Im Januar gelang das ebenfalls, allerdings nur für eine Woche. Beim vorherigen Hoch im Mai überwogen noch die Verluste.
Auch die Analyseplattform Checkonchain erklärte in der vergangenen Woche, die Gewinnentwicklung in dieser Gruppe erinnere zunehmend an die frühe Phase früherer Bullenmärkte.
Short-Term Holder reagieren deutlich schneller auf Kursbewegungen als Anleger, die ihre Bestände seit Jahren halten. Ein schwacher Handelstag reicht ihnen oft schon, um ins Grübeln zu geraten. Erfahrene Investoren haben dagegen bereits mehrere Rückschläge erlebt und lassen sich weniger schnell verunsichern.
Liegen Neueinsteiger im Minus, warten viele von ihnen zunächst darauf, wieder ihren Einstand zu erreichen. Steigt der Kurs auf dieses Niveau zurück, verkaufen sie erleichtert. So wirkt ihr Kaufpreis wie ein Deckel für den Markt.
Bleiben sie dagegen länger im Gewinn, kehrt sich dieses Verhalten um: Sie halten ihre Coins. CryptoQuant beobachtete dieses Muster auch am Ende des Bärenmarkts 2022.
„Der Bärenmarkttrend dreht erst dann wirklich, wenn sich Gewinne bei den STH dauerhaft etablieren und sie anschließend dazu bewegen, ihre Positionen zu halten und den Aufwärtstrend mitzugehen“, schreibt die Plattform.
Die Gewinne stammen vor allem von Anlegern, die ihre Coins seit ein bis drei Monaten halten. Ihr Einstandspreis, also der durchschnittliche Kaufpreis, liegt bei 63.372 Dollar. Bei einem Bitcoin-Kurs von rund 77.000 Dollar liegt diese Gruppe gut 21 Prozent im Plus.
Anleger, die ihre Bestände seit drei bis sechs Monaten halten, kauften im Schnitt zu 73.190 Dollar. Sie liegen nur rund 5 Prozent über ihrem Einstand.

Fällt der Bitcoin-Kurs unter dieses Niveau, rutscht diese Gruppe im Durchschnitt wieder ins Minus. Dann könnte der alte Verkaufsdruck rund um ihren Kaufpreis erneut aufkommen.
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