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Der Bitcoin-Kurs hat sich in den vergangenen Wochen deutlich erholt. Der Anstieg wird inzwischen jedoch vor allem vom Futures-Markt getragen. Käufer von echten Bitcoin stiegen kurzzeitig ein, ziehen sich nun aber wieder zurück. Damit steht die Rally auf unsicherem Fundament, auch wenn die Charts weiterhin positive Signale liefern.
Bitcoin (BTC) erhält einen anderen Antrieb: Der Markt bewegt sich in eine Phase, in der Derivate den Kurs bestimmen, schreibt der Analyst Coindream auf der Datenplattform CryptoQuant.
Derivate sind Kontrakte, die lediglich den Kurs eines Coins abbilden, etwa Futures. Vereinfacht gesagt kommt die Bewegung derzeit vor allem aus dem Handel mit solchen Kontrakten – und deutlich weniger von Anlegern, die echte Bitcoin kaufen.
Dieser Unterschied ist entscheidend. Ein Käufer am Spotmarkt zahlt den vollen Preis und übernimmt die Coins. Ein Futures-Trader kauft dagegen nur einen Kontrakt auf die Kursentwicklung, häufig mit Fremdkapital, und kann diese Position ebenso schnell wieder schließen.
In den Daten von CryptoQuant ist diese Verschiebung klar zu erkennen. Die Nachfrage nach Futures bleibt positiv, während die Spotnachfrage nach einer kurzen Erholung im August wieder nachgelassen hat. Auf 30 Tage gerechnet liegt die Gesamtnachfrage damit erneut im Minus.

„Rallys ohne anhaltende Nachfrage am Spotmarkt sind weniger belastbar. Die Spotnachfrage bleibt schwach, weshalb dem aktuellen Anstieg eine solide Basis fehlt.“
Coindream sieht in der aktuellen Marktstruktur Parallelen zu Januar, Februar und März. „In einem solchen Umfeld hat Risikomanagement Vorrang vor der Erwartung einer längeren Rally“, so der Analyst.
Die kurze Erholung der Spotnachfrage fiel mit einer Bitcoin-Rally von 24 Prozent zusammen. Am 21. August wurden am Spotmarkt rund 75 Milliarden Dollar umgesetzt, so viel wie seit dem Hoch im Februar nicht mehr. Bei Perpetual Futures, also Futures-Kontrakten ohne Fälligkeitsdatum, waren es rund 336 Milliarden Dollar – fast das 4,5-Fache.
Schon damals verwies CryptoQuant selbst auf eine Einschränkung beim Futures-Hoch. Der Großteil stammte von Tradern, die auf fallende Kurse gesetzt hatten und ihre Positionen schlossen oder bei der schnellen Aufwärtsbewegung zwangsweise aus dem Markt gedrängt wurden. Solche Kauforders treten nur einmal auf. Die Spotkäufer hielten nach dem Hoch dagegen nicht durch.
Frühere Futures-Rallys endeten jeweils mit schmerzhaften Kursverlusten. Diesmal verhält sich der Bitcoin-Kurs jedoch deutlich anders.
Das zeigt sich unter anderem am Weekly Supertrend, der erstmals seit Oktober vergangenen Jahres wieder auf Grün gedreht hat. Zudem hat Bitcoin inzwischen vier Wochen in Folge oberhalb der Bull Market Support Band geschlossen.

Der Trend scheint zu drehen, doch die Bestätigung einer neuen Bullrun-Phase steht noch aus. In der Vergangenheit markierten zwei Wochenkerzen oberhalb des 50-Wochen-Durchschnitts stets das Ende des Krypto-Winters.
Bitcoin ist an dieser Linie bereits mehrfach gescheitert und notiert derzeit rund 1.500 Dollar darunter. Die wichtigste Marke liegt jedoch beim Hoch aus dem Mai bei 82.850 Dollar.
Selbst wenn dies der Beginn eines neuen Aufwärtstrends ist, bleibt eine Korrektur möglich. Bitcoin ist in kurzer Zeit schließlich um 30 Prozent gestiegen. Ein Test wichtiger Marken als Unterstützung wäre in diesem Fall eher positiv, etwa beim 200-Tage-Durchschnitt knapp oberhalb von 70.000 Dollar.
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