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Michael Burry, der Investor, der mit seiner erfolgreichen Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 bekannt wurde, baut erneut Shortpositionen gegen große KI-Aktien aus.
In einem neuen Update gab Burry bekannt, dass er seine negativen Positionen unter anderem in Nvidia, Oracle, Palantir und Nebius ausgeweitet hat. Auch Caterpillar steht auf seiner Liste. Ohne Put-Optionen einzurechnen, bestehen inzwischen mehr als 21 Prozent seines Portfolios aus Shortpositionen.
Auffällig ist: Burry sieht Nvidia, das gestern sehr starke Quartalszahlen vorgelegt hat, nicht als schwaches Unternehmen. Im Gegenteil: Er erkennt an, dass der Konzern derzeit enorme Gewinne erzielt und im Markt für KI-Chips eine dominante Stellung besitzt.
Seine Zweifel beziehen sich vor allem auf die Frage, wie lange diese außergewöhnliche Position Bestand haben kann. Nach Burrys Einschätzung geht der Markt davon aus, dass Nvidia noch über Jahre extrem hohe Margen und eine nahezu monopolartige Stellung behaupten kann. Diese Annahme hält er für zu optimistisch.
Burry erwartet zudem, dass Nvidia einen immer größeren Teil seiner Cashflows für neue Investitionen und Kapitalausgaben einsetzen muss. Dadurch könnte weniger Geld bei den Aktionären ankommen.
Trotz seiner pessimistischen Einschätzung kaufte er auch Call-Optionen auf Nvidia mit Laufzeit bis Dezember. Damit setzt er zugleich auf einen kurzfristigen Kursanstieg. Das wirkt widersprüchlich, doch nach Burrys Darstellung dienen diese Calls lediglich als Absicherung gegen einen plötzlichen Kursanstieg. Seine große Kernposition bleibt auf fallende Kurse ausgerichtet.
Die Warnung beschränkt sich nicht auf Nvidia. Burry hält auch Shortpositionen in Oracle, Palantir und Nebius, also in Unternehmen, die auf unterschiedliche Weise von der enormen Investitionswelle rund um KI profitieren.
Sein übergeordnetes Argument lautet, dass Anleger möglicherweise zu viel für Gewinne bezahlen, von denen sie annehmen, dass sie noch jahrelang im gleichen Tempo wachsen.
Das bedeutet nicht, dass Burry mit einem Verschwinden der KI rechnet. Seine Wette dreht sich vor allem um Bewertungen und um die enormen Summen, die Unternehmen derzeit für Chips, Rechenzentren und Rechenleistung ausgeben.
Burry hat in der Vergangenheit mehrfach früh vor Marktkorrekturen gewarnt. Seine berühmte Wette gegen den Immobilienmarkt brachte ihm am Ende Milliarden ein, erforderte damals aber jahrelange Geduld.
Auch jetzt hängt seine Position deshalb vor allem vom Timing ab. Sollten KI-Unternehmen ihr aktuelles Wachstumstempo und ihre Margen länger halten, als er erwartet, könnte seine Shortposition sehr teuer werden und gegen ihn laufen.
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