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Sam Bankman-Fried hat seinen Rechtsstreit um den Zusammenbruch der Kryptobörse FTX vor den Obersten Gerichtshof der USA gebracht. Der frühere Chef der kollabierten Börse will seine Verurteilung aufheben lassen und wehrt sich zudem gegen die Einziehung von 11 Milliarden Dollar.

Damit erhält einer der größten Kryptoskandale der Geschichte ein weiteres juristisches Nachspiel.

Was war bei FTX noch einmal passiert?

FTX zählte vor einigen Jahren zu den größten Kryptobörsen der Welt. Kunden konnten dort Bitcoin (BTC) und andere Coins kaufen, verkaufen und verwahren. Sam Bankman-Fried gründete das Unternehmen und wurde rasch zu einem der bekanntesten Gesichter der Kryptobranche.

Im November 2022 brach FTX jedoch plötzlich zusammen. Kunden versuchten in großem Stil, ihr Geld abzuziehen, doch bei der Börse klaffte eine Milliardenlücke.

Später wurde bekannt, dass große Summen an Kundengeldern über die Schwesterfirma Alameda Research für Handel, Investitionen und andere Ausgaben verwendet worden waren. Bankman-Fried wurde 2023 in sieben Anklagepunkten wegen Betrugs, Verschwörung und Geldwäsche schuldig gesprochen. Am Ende erhielt er eine Freiheitsstrafe von 25 Jahren.

Seit der Insolvenz versucht FTX, möglichst viel Geld für frühere Kunden und andere Gläubiger zurückzuholen. Seit Anfang 2025 wurden inzwischen fast 10 Milliarden Dollar ausgezahlt.

SBF will den Fall neu prüfen lassen

Die Anwälte von Bankman-Fried argumentieren nun, er habe während des Prozesses nicht ausreichend Gelegenheit gehabt, Beweise vorzulegen, die zeigen sollten, dass FTX und Alameda letztlich über genügend Vermögenswerte verfügten, um Kunden zurückzuzahlen.

Nach Ansicht seiner Verteidigung ist das relevant für die Frage, wie hoch der tatsächlich verursachte finanzielle Schaden war. Ein Bundesberufungsgericht hatte dieses Argument zuvor zurückgewiesen und die Verurteilung bestätigt.

Zudem ficht Bankman-Fried die Einziehung von 11 Milliarden Dollar an. Seine Anwälte machen geltend, die Summe könnte gegen das verfassungsrechtliche Verbot unverhältnismäßiger Geldstrafen verstoßen.

Ob der Oberste Gerichtshof den Fall tatsächlich annimmt, ist offen. Nur ein kleiner Teil aller Anträge wird zur Entscheidung zugelassen.

Dennoch ist der Schritt bemerkenswert. Fast vier Jahre nach dem spektakulären Kollaps von FTX versucht Bankman-Fried weiterhin, sowohl seine Haftstrafe als auch die enorme finanzielle Belastung juristisch anzugreifen.

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