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Zhongji Innolight gilt als einer der größten Gewinner des weltweiten KI-Wettlaufs zwischen den USA und China. Dennoch verlief das Börsendebüt des Unternehmens in Hongkong am Donnerstag enttäuschend.

Die Aktie schloss rund zwei Prozent im Minus, nachdem der Verlust im Tagesverlauf zeitweise sogar auf zehn Prozent angewachsen war.

Beursdebuut Zhongji Innolight in Hong Kong verliep niet zoals gepland.
Das Börsendebüt von Zhongji Innolight in Hongkong verlief nicht wie geplant. Quelle: TradingView

Das ist bemerkenswert, denn Innolight gehört zu jenen Unternehmen, die in den vergangenen Jahren stark von den massiven Investitionen in künstliche Intelligenz profitiert haben.

Das Unternehmen liefert optische Transceiver und Interconnects, zentrale Komponenten, mit denen Daten in hohem Tempo zwischen Chips und KI-Rechenzentren übertragen werden können.

Zulieferer für beide Seiten

Innolight ist deshalb interessant, weil das Unternehmen sowohl von amerikanischen als auch von chinesischen KI-Investitionen profitiert. Zu den Kunden zählen Alphabet, Amazon, Alibaba und Huawei. Nach Angaben der Financial Times stehen Alphabet und Amazon für 22,4 beziehungsweise 11,8 Prozent des Umsatzes. Alibaba und Huawei haben kleinere, strategisch aber wichtige Anteile.

Damit sitzt Innolight mitten in der globalen Infrastrukturkette für künstliche Intelligenz. Das Unternehmen entwickelt keine Chatbots, keine Modelle und keine Verbraucher-Apps. Es liefert die Komponenten, die Rechenzentren, GPU-Cluster und KI-Netzwerke am Laufen halten.

Genau deshalb ist die Aktie in Shenzhen seit Anfang 2023 um mehr als 4.000 Prozent gestiegen. Auch das Gewinnwachstum war beeindruckend. Der Nettogewinn kletterte von 2,2 Milliarden Yuan im Jahr 2023 auf 10,8 Milliarden Yuan im vergangenen Jahr.

Ungünstiges Timing

Die Notierung in Hongkong kommt dennoch zu einem schwierigen Zeitpunkt. Innolight nahm 53,4 Milliarden Hongkong-Dollar ein, umgerechnet 6,8 Milliarden Dollar. Damit handelt es sich um den zweitgrößten Börsengang in Asien in diesem Jahr. Die Stimmung rund um KI-Hardware hat sich in den vergangenen Wochen jedoch deutlich eingetrübt.

Innolights Aktie in Shenzhen liegt inzwischen fast 40 Prozent unter ihrem Hoch vom Juni. Auch andere Zulieferer des KI-Booms, darunter Samsung, SK Hynix, TSMC und chinesische Chipwerte, gerieten deutlich unter Druck.

Der Markt verkauft derzeit vor allem die bisherigen Gewinner im Hardwaresegment. Nicht, weil die Nachfrage vollständig wegbricht, sondern weil Anleger nach enormen Kursanstiegen Gewinne mitnehmen und mehr Belege dafür sehen wollen, dass KI-Ausgaben dauerhaft Rendite bringen.

Anleger werden bei KI-Hardware wählerischer

Marktkennern zufolge fließt Kapital vorübergehend aus KI-Hardware in zurückgebliebene Technologiewerte. Das bedeutet nicht, dass die Nachfrage nach Innolight-Produkten verschwindet. Die Hyperscaler investieren kurzfristig weiter massiv in KI-Infrastruktur.

Doch die Bewertung spielt wieder eine größere Rolle. Eine Aktie, die um Tausende Prozent gestiegen ist, muss kein schlechtes Unternehmen repräsentieren, um dennoch stark zu korrigieren. Manchmal sind gute Nachrichten schlicht längst zu stark eingepreist.

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