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Anthropic will künstliche Intelligenz aus der rein digitalen Welt herausführen. Das US-Unternehmen führt einen neuen Standard ein, mit dem KI-Agenten leichter mit physischen Maschinen kommunizieren können. Damit könnte die Technologie hinter Systemen wie Claude künftig eine deutlich größere Rolle in Laboren, Fabriken und der Robotik spielen.
Der Schritt zeigt, dass sich der Wettbewerb zwischen den großen KI-Unternehmen zunehmend in die physische Welt verlagert. Konkurrenten wie OpenAI und Amazon investieren ebenfalls Milliarden in Hardware und Geräte, die speziell für KI entwickelt werden.
Die neue Technologie heißt Model Hardware Standard (MHS). Das System soll es einfacher machen, KI-Agenten mit Geräten zu verbinden, die über eine programmierbare Schnittstelle verfügen.
Anthropic vergleicht MHS mit USB-C. Der Anschluss ermöglicht es vielen unterschiedlichen Geräten, über denselben Standard miteinander zu kommunizieren. MHS soll etwas Ähnliches leisten, allerdings für künstliche Intelligenz und Maschinen.
Interessant ist das etwa für die wissenschaftliche Forschung und die Hochtechnologie-Fertigung. Unternehmen müssten dann nicht für jede einzelne Maschine eine eigene Verbindung zu einem KI-System entwickeln.
Elizabeth Kelly, bei Anthropic für gesellschaftlich nützliche Anwendungen zuständig, verweist auf den Ursprung des Projekts in der Wissenschaft. Zugleich sehe das Unternehmen erhebliche Vorteile für Wirtschaft und Industrie.
Ein wichtiges Detail: MHS ist nicht ausschließlich für Claude gedacht. Der Standard ist modellunabhängig. Organisationen können damit grundsätzlich auch andere KI-Modelle nutzen.
Anthropic ist vor allem als Unternehmen hinter Claude bekannt, weitet seine Aktivitäten inzwischen aber stärker auf Hardware aus. Unter anderem baut der Konzern ein eigenes Chip-Team auf, das maßgeschneiderte Prozessoren für seine KI-Modelle entwickeln soll.
Zudem holte Anthropic zuletzt Caitlin Kalinowski ins Unternehmen. Sie arbeitete zuvor an Hardware-Projekten bei OpenAI, Meta und Apple.
Damit bewegt sich Anthropic auf einem Feld, in das andere große Technologiekonzerne bereits massiv investieren. OpenAI und Amazon stecken Milliarden Dollar in die Entwicklung von Geräten und Fertigungstechnologien, die rund um künstliche Intelligenz entstehen.
Für Anthropic muss MHS dabei nicht unmittelbar in ein eigenes physisches Verbraucherprodukt münden. Das Unternehmen versucht zunächst, eine gemeinsame technische Sprache zu schaffen, mit der KI-Systeme bestehende Maschinen steuern können.
Vorerst erhält nur eine begrenzte Gruppe von Organisationen Zugang zu MHS. Es handelt sich um Akteure aus Wissenschaft, Robotik und Produktion. Sie können die Technologie in einer Forschungsphase testen.
Langfristig will Anthropic den Standard als Open Source veröffentlichen. Hersteller aus verschiedenen Branchen könnten MHS dann selbst übernehmen und auf ihre Geräte anwenden.
Das Unternehmen hat bereits früher einen ähnlichen Ansatz gewählt. 2024 veröffentlichte Anthropic das Model Context Protocol (MCP). Dieser Standard soll KI-Agenten einfacher mit unterschiedlichen Datenquellen verbinden.
Mit MHS überträgt Anthropic dieses Prinzip nun auf physische Geräte. Sollten Hersteller den Standard tatsächlich nutzen, könnten KI-Agenten künftig über eine gemeinsame Methode Zugang zu unterschiedlichsten Maschinen erhalten.
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