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Die globalen Finanzmärkte stehen unter Druck. Während die Börsen am Montag noch im Plus eröffneten, nehmen Anleger nun Risiko aus den Portfolios. Hauptgrund ist erneut der Anstieg der US-Anleiherenditen. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen liegt über 5,3 Prozent und damit nahe dem höchsten Niveau seit rund 20 Jahren.

US-Rendite für 30-jährige Staatsanleihen bei gut 5,3 Prozent.
US-Rendite für 30-jährige Staatsanleihen bei gut 5,3 Prozent. Quelle: TradingView

Für Aktien ist das ein Problem. Anleger erhalten schließlich gut 5,3 Prozent Zinsen pro Jahr, wenn sie ihr Geld für 30 Jahre dem amerikanischen Staat leihen. Mit dieser Rendite muss der Aktienmarkt konkurrieren. Auch die enormen KI-Investitionen müssen am Ende mehr abwerfen als die weiter steigenden Kapitalkosten.

Die Messlatte liegt damit immer höher.

KI liefert weiter

Ganz so negativ ist die Lage allerdings nicht. In dieser Woche gab es erneut Hinweise darauf, dass sich die Investitionen in KI zunehmend auszahlen. Der Umsatz von Anthropic lag im zweiten Quartal 2026 ganze 14-mal höher als ein Jahr zuvor.

Laut einer Grafik von 3Fourteen Research entwickelt sich das Umsatzwachstum von KI-Unternehmen zudem weitgehend parallel zu den steigenden Cloud-Umsätzen von Hyperscalern wie Microsoft, Amazon und Oracle.

Das ist entscheidend. Solange KI-Unternehmen kräftiges Umsatzwachstum vorweisen, bleibt der Markt davon überzeugt, dass die massiven Investitionen gerechtfertigt sind. Auch bei großen Chipkonzernen ist die Nachfrage weiterhin extrem hoch. Die Auftragsbücher von Unternehmen wie Micron sind noch bis 2027 gut gefüllt, während Phison Electronics damit rechnet, dass Engpässe am Markt für Speicherchips bis 2030 anhalten könnten.

Schwierige Gratwanderung für die US-Notenbank

Genau darin liegt das zentrale Problem. Der KI-Sektor benötigt enorme Mengen Kapital. Rechenzentren, Chips, Energieinfrastruktur und Cloud-Kapazitäten müssen finanziert werden. Dieser Kapitalbedarf treibt die Zinsen nach oben.

Für Notenbanken entsteht dadurch eine schwierige Lage. Der KI-Boom kann weiterlaufen, während andere Teile der Wirtschaft die höheren Finanzierungskosten zunehmend zu spüren bekommen. Klassische Unternehmen wachsen langsamer, reagieren empfindlicher auf Zinsen und tun sich schwerer, mit derart hohen Kapitalkosten Schritt zu halten.

Das könnte an der Börse zu einer klaren Spaltung führen. Auf der einen Seite stehen die Gewinner der künstlichen Intelligenz. Auf der anderen Seite finden sich zyklische Unternehmen, Konsumwerte und Branchen, die deutlich stärker von Zinsen, Ölpreisen und Konjunktur abhängig sind.

Zwei Welten an einer Börse

Genau deshalb werden die Zahlen von Walmart und Home Depot in dieser Woche besonders interessant. Sie sollen zeigen, ob sich der US-Verbraucher trotz höherer Zinsen und eines schwächeren Berichts zu den Einzelhandelsumsätzen im Juli behauptet.

Vorerst scheint Wall Street auf zwei Welten zugleich zu blicken.

Im Rampenlicht stehen die Techkonzerne, die von KI, starken Quartalszahlen und enormen Zukunftserwartungen profitieren. Im Schatten stehen Unternehmen, die mit schwächeren Verbrauchern, höheren Zinsen, teurerem Öl und Zweifeln am globalen Wachstum konfrontiert sind.

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